Renato Müller spielt bei den Novizen A von EHCA / EHCK. Gleichzeitig betritt er das Eis aber auch als Unparteiischer – eine Gratwanderung für den 15-Jährigen aus Reichenbach.
MICHAEL SCHINNERLING
In der letzten Partie der Saison bekam der im Center spielende Renato Müller eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Behinderung. Das ist eigentlich nichts Besonderes in einem Hockeymatch. Und doch sieht der 15-Jährige die Situation auch mit den Augen eines Schiedsrichters. Denn seit dieser Saison pfeift Müller Eishockeypartien. «Ich darf Spiele der Bambini – das sind die Kleinsten – bis zu den Novizen B leiten», so Renato Müller. Sein erster Match, ein Mini-A-Spiel zu Beginn der Saison 2017/18, pfiff der junge Reichenbacher in Kandersteg.
Ist dieser doppelte Einsatz auf dem Eis als Spieler und Unparteiischer nicht anstrengend? «Das ist jetzt mein erstes Jahr als Schiedsrichter, daher hatte ich noch nicht so viele Einsätze. Aber ich habe schon gemerkt, dass nicht mehr viel Zeit für Freunde und Familie bleibt, wenn man an einem Wochenende selber spielt und dann noch als Schiedsrichter im Einsatz ist.»
Kurse, Tests, Weiterbildung
Warum ist Müller überhaupt Schiedsrichter geworden? Diese Frage kann der Reichenbacher schnell beantworten: «Es hat mich interessiert, wie das Spiel von der anderen Seite her aussieht.» Damit er einen Match leiten durfte, musste Müller allerdings erst eine Ausbildung absolvieren. «Ich musste viermal an einem Kurs teilnehmen und dann einen Online-Test machen. Mithilfe der Lehrmittel und der Theorie habe ich diesen im zweiten Versuch geschafft», erklärt der Schiedsrichter. Nun muss er jedes Jahr nach Bern für einen eintägigen Fortbildungskurs. Zu zweit Spiele zu pfeifen, ist für Müller lehrreich und spannend. Ihm ist es ein Anliegen, dass noch mehr junge Leute die Ausbildung zum Schiedsrichter machen. Was ihm hingegen weniger gefällt, sind die Provokationen und die Reklamationen. «Als Schiedsrichter muss man pfeifen, was man sieht. Und wenn man etwas nicht mitbekommt und ein Trainer anscheinend schon, dann ist es einfach Pech», wägt der Reichenbacher ab.




