Die gute Nachricht für die Teams beim «Motor-Ski Supercross @ Tschentenalp»: Diese gewagte Kombination aus Skirennstrecke und Rundkurs per Zweirad gab es hierzulande noch nie. Die etwas weniger gute Nachricht: Es gab im Vorfeld keine Proberunden – also buchstäblich ein Kaltstart für die Motorradfahrer im Schnee.
Am Sonntag traten auf Tschenten Fahrer mit Ski und Cross-Motorrädern gegeneinander an. Eine Schweizer Premiere im Schneesport, die 31 Teams und viele Zuschauer anlockte.
MICHAEL SCHINNERLING
Vier Skifahrer standen bei der Bergstation Tschentenalp nebeneinander und warteten auf das Startsignal für die nächste Runde beim Motor-Ski Supercross @ Tschentenalp. «Ihr könnt losfahren», gab Chrigel Zenger, Leiter Technik und Betrieb bei der Tschentenbahnen AG, schliesslich per Funk durch. Nun nahmen die Athleten die einen Kilometer lange Strecke in Angriff, an deren Ende ein Sprung wartete. Bei den Zieleinläufen der Skifahrer wurde noch auf den letzten Metern um den Sieg gekämpft.
Ziel der einen als Startbereich der anderen
Mit Tempo ging es nun mit Motocross-Maschinen auf die Rundstrecke von 1050 Metern. Der Jubel und die Anfeuerungsrufe waren gross. Für die Motorradfahrer war es eine Premiere: Es gab im Vorfeld keine Proberunden, die Teilnehmer konnten die Linienführung einzig zu Fuss erkunden. Jeder Lauf war ein spannendes K.o.-Rennen, das den Fahrern Spass und den Zuschauern Unterhaltung lieferte.
Die Stimmung am Anlass war gut. Die Teilnehmer waren sich bewusst, dass es noch nie einen vergleichbaren Anlass in der Schweiz gegeben hat. «Zum einen wollen wir mit dem Event den Motocrossern die Möglichkeit bieten, im Winter hier zu fahren», erklärt Chrigel Zenger. Es gehe aber natürlich auch darum, die Region und die Tschentenalp bekannter zu machen.
«Eine Belebung für die Alp»
Die Anforderungen für die Durchführung des Anlasses waren hoch. Der Einsatz der Organisatoren und der 20 Helfer am Sonntag wurde denn auch vielfach verdankt. «Es ist eine Belebung für die Tschentenalp», so die beiden Adelbodner Renato Trummer und Hans-Jakob Josi. Simon Meister, ebenfalls aus Adelboden, meinte zum Rennen: «Es war schwierig, mit den Ski zu fahren. Doch ich hatte einen guten Teamkollegen (Marco Egli), mit welchem alles perfekt klappte.»
Viele der Teilnehmer waren sich einig, dass sie Adelboden wieder besuchen wollen. Das gilt auch fürs Siegerteam, das eine Woche Ferien im Hotel Cambrian gewann. Ebenfalls zufrieden zeigt sich Ruth Steiner vom Tschenten-Marketing: «Die Erwartungen wurden erfüllt. Wir hatten Freude an dem, was wir sahen. Piste und Wetter hielten bis zum Schluss, und wir hatten keine Unfälle.»
Ranglistenauszug Teams:
1. Thomas Schranz / Sandro Linder; 2. Pius Höfliger / Christian Fravi; 3. Simon Meister / Marco Egli; 4. Hans-Jakob Josi / Renato Trummer.
Weitere Fahrer-Stimmen zum Anlass
Siegerteam Thomas Schranz und Sandro Linder
«Ein super Anlass, perfekt organisiert. Wenn jemand so einen grossen Aufwand betreibt – was nicht selbstverständlich ist –, wollen wir dies unterstützen.»
Pius Höfliger und Christian Fravi
«Tiptop, die Atmosphäre hier, und die Strecken waren anspruchsvoll. Es ist schön, haben wir die Möglichkeit, auch im Winter fahren zu können. Wir werden nächstes Jahr ganz sicher wiederkommen.»
Marco Egli
«Es war nicht einfach, hat aber Spass gemacht.»




