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Die Schönegg erhält eine eigene Haltestelle

Es geht einen Schritt weiter mit dem Schönegg-Projekt. Mit der aufliegenden Überbauungsordnung wird mehr Fläche für das Dienstleistungszentrum am Dorfeingang eingezont. Auch Busse und Autos sollen mehr Platz erhalten.

HANS RUDOLF SCHNEIDER
Der Willkommensgruss an der Fassade der Schönegg ist mittlerweile durch die Sonne ausgebleicht. Das grosse Plakat kann den maroden Zustand der Gebäude nicht mehr kaschieren. Der Zustand ist auch ein Beweis dafür, wie lange bereits geplant wird – nämlich seit 2004. Die Besitzerin Schönegg AG will in der markanten Kurve ein Dienstleistungszentrum errichten. Deshalb liegen die Unterlagen für eine Erweiterung der seit 1988 bestehenden Überbauungsordnung öffentlich auf. Rund 1000 Quadratmeter Bauland sollen neu eingezont werden. «Nur so kann das geplante – und wirtschaftlich sinnvolle – Volumen geschaffen werden», wie Thomas Burn von der Besitzerfirma sagt. «Coop gibt uns quasi die Grundfläche vor, welche die neue Filiale auf einer einzigen Etage benötigt. Weiter ist ein einfaches Hotelangebot auf Stufe Schweizer Jugendherberge oder Backpackers vorgesehen. Die Verhandlungen mit möglichen Partnern ist im Gang. Dazu kommen bewirtschaftete Wohnungen und eine Einstellhalle mit 104 Parkplätzen.» Vom Kongress-Bereich sei man nach vertieften Abklärungen abgerückt, der Bedarf in Adelboden habe nicht nachgewiesen werden können.

Die scharfe Kurve wird entschärft
Burn erklärt die lange Planungszeit auch damit, dass umfangreiche Abklärungen gemacht werden mussten: Ein Teil der Liegenschaft befinde sich im blauen Gefahrenbereich, dann berühre man die Waldzone und auch die Erschliessung sei ein kompliziertes Thema gewesen. Die Lösung: Das geplante Gebäude rückt gegenüber den heutigen Häusern weiter von der Strasse zurück. Dafür müssen im Osten des Areals rund 900 Quadratmeter Wald gerodet werden, die andernorts wieder aufgeforstet werden. So ergibt sich auch genug Raum vor dem Neubau, um gleichzeitig die sehr unübersichtliche 180-Grad-Kurve zu entschärfen. Der Kanton und die Gemeinde legen die Unterlagen für diese Anpassung ebenfalls bis am 19. Juli auf. Die Bewilligung soll im gleichen Verfahren erfolgen (Gesamtbauentscheid).

Haltestelle direkt vor dem Haus
Durch die Verbreiterung der Strasse ist es möglich, gleich vor der neuen Schönegg eine zusätzliche Bushaltestelle zu realisieren. Diese ist nur auf der bergwärts führenden Spur vorgesehen und mit der Automobilverkehr Frutigen-Adelboden AG abgesprochen. «Personenwagen sollen am haltenden Bus sorgfältig vorbeifahren können, ohne die Gegenfahrbahn zu beanspruchen», heisst es in den Unterlagen. Ein zwei Meter breiter Mittelstreifen macht dies möglich, was auch die Kreuzung von grossen Fahrzeugen vereinfacht. Weiter ist ein Fussgängerstreifen mit Mittelinsel vorgesehen.
Direkt unterhalb der Haltestelle ist die Einfahrt zur Liegenschaft respektive zu den Parkplätzen in den Untergeschossen 2 bis 5 geplant. Zudem muss auf der oberen Gebäudeseite die Anlieferung für den Grossverteiler erstellt werden. «Und das alles auf relativ kleinem Raum», wie Burn betont. Insbesondere für die Haltestelle ist er dankbar. «Der Bus bringt die Kunden und die Hotelgäste direkt vors Haus.»

Und wann wird gebaut?
Gemäss Auflageunterlagen investiert der Kanton in die Verbesserung dieser einen Kurve mit Fussgängerstreifen und Haltestelle rund 760 000 Franken. Der Terminplan sieht vor, dass ab Frühling 2019 das Strassenbauprojekt realisiert werden könnte – wenn die Schönegg AG mit ihrem neuen Dienstleistungszentrum dann auch soweit wäre.

Die Unterlagen zur Überbauungsordnung Schönegg sowie zum Strassenbauprojekt des Kantons liegen bis am 19. Juli in der Adelbodner Bauverwaltung öffentlich auf. Die Herbstgemeindeversammlung soll abschliessend über die Überbauungsordnung 14 Schönegg befinden.

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