Bis 2023 will die BLS AG rund 60 Millionen Franken im Jahr sparen. Dies dürfte auch zulasten des Personalbestands gehen.
BIANCA HÜSING
Die entscheidenden Sätze stehen ganz am Ende der BLS-Mitteilung: «Aus heutiger Sicht kann es zu einer Reduktion von bis zu 200 Vollzeitstellen kommen.» Welche Bereiche von dieser Sparmassnahme betroffen sind und ob sie mit Kündigungen, Fluktuationen oder der Nichtbesetzung neuer Stellen umgesetzt wird, wisse das Unternehmen noch nicht. Diese Informationen wolle es spä- testens bis Februar nachliefern. Man sei sich bewusst, dass diese Botschaft «bei Mitarbeitenden Unsicherheit auslöst.»
Gestiegene Kundenanforderungen
Die BLS investiert derzeit viel – beispielsweise in den Bau neuer Werkstätten, in Rollmaterial oder in den Wiedereinstieg in den Fernverkehr. Damit leiste das Unternehmen «einen wichtigen Beitrag in die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs.»
Nun sei der Druck durch Kunden, Kanton und Bund jedoch so hoch, dass die BLS effizienter wirtschaften müsse. In der Medienmitteilung klingt das so: «Darauf reagiert die BLS AG proaktiv und legt den Fokus auf eine starke Kundenorientierung, eine aktive Marktgestaltung, zukunftsorientierte Kooperationen und die nachhaltige Erhöhung der Marktfähigkeit.»
Erreichen will die BLS dies mit der «Neugestaltung von Prozessen» und «nachhaltigen Optimierungen quer durch das Unternehmen» – und mit dem erwähnten Stellenabbau. So sollen bis 2023 schrittweise jährlich 50 bis 60 Millionen Franken eingespart werden.
Ist der Bund schuld?
Wie die BLS AG weiter mitteilt, stehe sie bereits im Dialog mit den Gewerkschaften. Diese reagieren wenig erfreut auf die Ankündigung des Verkehrsbetriebs. Die Gewerkschaft des Schienenpersonals SEV will laut einer Medienmitteilung «keine Kündigungen hinnehmen». Die geplante Stellenstreichung hätte auch eine Verschlechterung des Service public zur Folge. Auch der Personalverband Transfair wehrt sich gegen den Stellenabbau, verortet die Schuld jedoch beim Bund. Dieser zwinge die Bahnbetriebe zu einem «schädlichen Wettbewerb» um die günstigsten Tarife. Transfair erwartet von der BLS, sich aktiver gegen Bund und Kantone zu stellen, statt sich «in vorauseilendem Gehorsam» dem Kostendruck zu beugen.



