Die Diskriminierung von Gesunden ist inakzeptabel
Ende Januar hat der Europarat eine Resolution verabschiedet, in welcher «ethische, rechtliche und praktische Überlegungen» zu den Covid-19-Impfstoffen im Zentrum stehen. Darin heisst es unter anderem, dass niemand «politisch, sozial oder anderweitig unter Druck gesetzt» werden darf, sich impfen zu lassen. Und laut Europarat müssen die angeschlossenen 47 Staaten sicherstellen, «dass niemand diskriminiert wird, weil er nicht geimpft wurde oder nicht geimpft werden möchte». Rechtlich bindend ist diese Resolution zwar nicht, jedoch ist dies ein Statement, das nicht ausser acht gelassen werden darf. Schaut man ja sonst immer ins Ausland, wieso jetzt nicht? In den letzten Tagen wurden viele politische Stimmen laut, welche eine Impfpflicht fürs Gesundheitspersonal fordern, diejenigen, die sich weigern, sollten sich gemäss gewissen Politikern regelmässig testen lassen oder sogar mit einem Sticker kennzeichnen lassen.
Diejenigen, die das vorschlagen, nennen sich liberal. Gemäss «Doktor Google» heisst liberal, dass man dem Einzelnen wenige Einschränkungen auferlegt und die Selbstverantwortung des Individuums unterstützt. Ob die genannten Forderungen liberal sind, entscheiden Sie, liebe Leser, am besten selbst.
Mir selbst ist wichtig, dass die Impfungen freiwillig bleiben. Für einige macht es Sinn, für andere nicht. Fakt ist aber: Man weiss sehr wenig über diese Impfung. Ob man sich impfen lässt, ist eine sehr persönliche Entscheidung und geht auch niemanden etwas an. Es ist brandgefährlich, wenn wir uns als Bevölkerung in zwei Gruppen – geimpft und ungeimpft – einteilen lassen. In der Bundesverfassung steht: Vor dem Gesetz sind alle gleich – und das muss auch so bleiben!
Es mag mehrere Meinungen über die Massnahmen geben, darum fordere ich Sie auf: Lassen Sie sich nicht spalten. Versuchen Sie immer, den Andersdenkenden zu verstehen und akzeptieren Sie seine Meinung. Verschiedene Meinungen sind wichtig für eine funktionierende Demokratie.
FABIAN WYSSEN, FRUTIGEN
Anmerkung der Redaktion:
Der Europarat ist eine 1949 gegründete Organisation, der heute 47 Staaten mit 820 Millionen Bürgerinnen und Bürgern angehören – seit 1963 auch die Schweiz. In erster Linie setzt sich der Europarat für die Verteidigung der Menschenrechte, die parlamentarische Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit ein. Mit den ähnlich tönenden EU-Institutionen Europäischer Rat (Staats- und Regierungschefs der EU) oder Rat der Europäischen Union («EU-Ministerrat») hat der Europarat nichts zu tun.



