«Das Beste aus dem Bestehenden» machen, lautet das Motto der Elsigenalpbahnen. Deshalb wird der Brandsee im Sommer jeweils mit einem Alpenstrand versehen – und das soll langfristig so bleiben.
HANS RUDOLF SCHNEIDER
Wer im Sommer auf die Elsigenalp geht, will nicht Jubel und Trubel, sondern die Natur und Ruhe geniessen. Den Spagat zwischen Natur und Wirtschaftlichkeit zu finden, ist aber nicht immer einfach. «Für uns ist klar, dass wir hier oben sanften Tourismus anbieten wollen», sagt Marco Trachsel, der VR-Präsident der Elsigenalpbahnen AG. Dafür setze man die beschränkten finanziellen Mittel sehr gezielt und überlegt ein. Vor zwei Jahren kam man deshalb auf die Idee, den bestehenden Speichersee attraktiver zu machen. Der Brandsee wurde kurzerhand mit einem Sandstrand mit Sonnenschirmen und Liegestühlen versehen. Das Angebot kam gut an und soll in diesem Sommer mit einer aufblasbaren Rutschbahn auf dem See ergänzt werden. Das entsprechende Baugesuch umfasste auch die Einstiegsstelle und Sicherungsmassnahmen (Absperrungen) sowie einen Container für die Vermietung von Stand-up-Paddeling-Brettern.
Keine Einsprachen
Trachsel ist erfreut, dass es gegen die befristete Bewilligung bis 2025 keine Einsprachen gegeben hat. Befristet deshalb, weil dieses ergänzende Angebot in die langfristig geltende Überbauungsordnung überführt werden soll, was etwa in zwei Jahren passieren könnte. Marco Trachsel betont, dass die Unterstützung durch die lokalen Behörden beim aktuellen Projekt wichtig und hilfreich sei. Man sei zwar kein Grossunternehmen, zahle aber immerhin in den Sommer- und Wintersaisons insgesamt 44 Personen in der Region einen Lohn. Mit dem «Alpenstrand» will man sich abheben von den vielen Sommerangeboten und hat insbesondere Familien im Blick, die sich beispielsweise nach einer Wanderung oder einer Biketour abkühlen möchten. Der Brandsee ist zudem barrierefrei von der Seilbahn her erreichbar. Er ist mittlerweile mit seinen Grillstellen und dem Strand im Sommer so etwas wie das Zentrum der Alp geworden, zumindest aus touristischer Sicht.
Neues im Berghaus …
Der Alpenstrand ist nicht das einzige laufende Projekt der Bahn: Die Restauration des Berghauses wird neu umgebaut respektive komplett erneuert. Notwendig wurde das Projekt unter anderem wegen der grossteils aus dem Jahr 1985 stammenden, veralteten Küche. Als Folge muss auch in die Gebäudetechnik und in die Lüftung investiert werden, zudem wird die Behindertengängigkeit verbessert. Der Umbau ist derzeit in vollem Gang, die Abrissarbeiten sind beendet, das Gebäude ist ausgehöhlt. «Jetzt kommt der erfreulichere Teil», sagt der VR-Präsident: «Es entsteht etwas Neues.»
Betrieben wird das Berghaus seit zwei Jahren von der Niesenbahn AG. Für die Elsigenalpbahnen ist die Sanierung ein grosses Projekt, die Kosten belaufen sich auf über zwei Millionen Franken.
… und bei der Bahn
Ein weiteres Vorhaben steht bereits an: 2025 muss die Konzession der Luftseilbahn nach 40 Jahren erneuert werden. Dies sei weniger ein technisches Problem als vielmehr eine Planungssache. «Da nach erfolgter Bewilligung alle Änderungen – zum Beispiel schon die Montage eines Bildschirms für Werbung in der Kabine – erneut bewilligt werden muss, diskutieren wir bereits intensiv, was wir in den nächsten Jahren Sinnvolles machen können.» Ein neuer Kabinenanstrich genüge heute nicht mehr, so Trachsel.




Verkehrte Welt
Das Bild spricht für sich. Badegenuss in der Natur mit wirtschaftlichem Hintergrund für den Winter! Ok
Nun noch eine Rutschbahn und Sandstrand! Dieses Vorgehen steht in der heutigen Zeit total im Widerspruch der Natur Sorge zu tragen. Wir befinden uns in den Bergen und nicht in der Badi oder am Meer.