Gestern begann die Herbstsession des Grossen Rates. Um sich auf die anstehenden Geschäfte vorzubereiten, kam der Oberländerrat letzte Woche in Frutigen zusammen. Besonders im Fokus stand die «Nutzungsstrategie Inforama» des Kantons Bern.
In diesem Strategiepapier legen die Behörden dar, wie das Inforama weiterentwickelt werden soll. Der Oberländerrat liess sich mit einem Inputreferat von Michael Gysi, dem Vorsteher des federführenden Amts für Landwirtschaft und Natur (Lanat), über den Hintergrund und die Überlegungen informieren.
Bauernschule: Weiterhin in Hondrich
Das Inforama ist das Bildungszentrum der Landwirtschaft. Es ist aktuell noch an sieben Standorten vertreten, unter anderem in Hondrich bei Spiez. Je nach Standort wird ein unterschiedliches Bildungsangebot geführt, das jeweils durch die Möglichkeit zu landwirtschaftlicher Beratung ergänzt wird. Einen Schwerpunkt bildet beispielsweise die Berufsfachschule, welche die LandwirtInnen während ihrer dreijährigen Lehre besuchen.
In seinem Referat zeigte Michael Gysi auf, welche Vor- und Nachteile eine Fokussierung auf drei Kompetenzzentren bietet. In dieser Variante würden vier Standorte aufgegeben, es blieben nur noch die Standorte Hondrich, Zollikofen und Ins übrig. Der Oberländerrat begrüsst, dass das Kompetenzzentrum im Berner Oberland in jedem Fall beibehalten werden soll.
Muss die Regierung über die Bücher?
Es ist allerdings möglich, dass das letzte Wort für die Neuausrichtung des Inforama noch nicht in der bevorstehenden Session gesprochen wird. Dieser Fall tritt ein, wenn der Grosse Rat die Vorlage an die Regierung zurückweist. Die Finanzkommission des Grossen Rats hat einen entsprechenden Antrag gestellt, unter anderem wegen der ungenügenden Antworten zur künftigen Nutzung der zu schliessenden Liegenschaften.
Die Grossratsmitglieder aus dem Berner Oberland sind sich aber einig, dass die in Hondrich vorgesehene Investition auch durch eine allfällige Rückweisung nicht gefährdet werden darf. Am Oberländer Standort des Inforama ist in naher Zukunft der Neubau eines Stalls zu Schulungszwecken geplant.
Vertiefter Austausch beim Apéro
Im Anschluss an die Sitzung, die in den Räumlichkeiten der Wandfluh AG in Frutigen stattfand, hatten die Berner Oberländer GrossrätInnen die Gelegenheit, die Produktion der weltweit tätigen Firma zu besichtigen. Beim Apéro mit GemeindevertreterInnen und dem Vorstand der Volkswirtschaft Berner Oberland konnten die besprochenen Themen vertieft werden.
PRESSEDIENST OBERLÄNDERRAT / REDAKTION



