Letzten Sonntag löste sich die Nebeldecke in tieferen Lagen nicht auf. Als Trost gab es da und dort etwas zu bestaunen – zum Beispiel «Haareis» auf dem Bucheggberg.
KATHARINA WITTWER
Hat der Wind Plastikteile von Siloballen hierhin geweht oder ist ein Stück Samichlaus-Bart hier hängengeblieben? Die weissen Gebilde im Geäst waren zunächst nicht leicht einzuordnen. Bei näherem Betrachten entpuppten sie sich als Haareis, auch Eiswolle genannt.
Optimale Wetterbedingungen sind Voraussetzung
Der Vorgang zur Bildung von Haareis ist wissenschaftlich noch nicht komplett erforscht. Grundvoraussetzungen sind nasses Totholz, am Morgen nach einer kalten Nacht Temperaturen wenig über dem Gefrierpunkt, die «richtige» Luftfeuchtigkeit sowie kein bis wenig Wind. Vorwiegend in Nebelgebieten sind diese Bedingungen von Zeit zu Zeit erfüllt. Verdrängen nun die winteraktiven Pilze im Innern des Holzes die Flüssigkeit an die Oberfläche, gefriert sie sofort. Bei Windstille wachsen gerade Haare, bei minimaler Luftströmung entstehen «Locken». Diese «Frisuren» können bis zu 10 cm in die Breite wachsen. Die hier abgebildeten sind maximal ungefähr 4 cm breit. Im Schatten überlebt Haareis mehrere Stunden. Sobald die Sonne scheint, schmilzt die herrliche Pracht dahin.



