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Kleinbauern kritisieren den SBV

LANDWIRTSCHAFT Nach Demonstrationen in mehreren europäischen Ländern formiert sich auch in der Schweiz eine Protestbewegung. Diese richtet ihre Forderungen aber vor allem an den Handel. Die Kleinbauern-Vereinigung unterstützt diese Anliegen und fordert insbesondere die Erhöhung der Produzentenpreise, Preistransparenz sowie eine geteilte Marge.

«Bäuerinnen und Bauern kämpfen in ganz Europa mit Preisdruck, steigenden Anforderungen und Auswirkungen der Klimakrise», schreibt die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) in einer Medienmitteilung. Die konventionelle Landwirtschaft habe sich mit ihrer immer stärkeren Industrialisierung in eine Sackgasse manövriert. Zwar hätten Investitionen in technische Effizienzsteigerung kurzfristigen Profit gebracht, langfristig aber auch niedrigere Preise, Schulden und damit das Verschwinden eines Grossteils der bäuerlichen Betriebe nach sich gezogen. Gleichzeitig habe diese Entwicklung den natürlichen Ressourcen grosse Schäden zugefügt und damit zu einer Zerstörung der Produktionsgrundlagen beigetragen. «Der Frust vieler LandwirtInnen ist deshalb verständlich», so die VKMB. «Weiter wie bisher ist jedoch keine Lösung.» Stattdessen müsse das Problem durch mehr Fairness und Transparenz in der Preisbildung bei der Wurzel gepackt werden.

Die Kleinbauern-Vereinigung unterstützt die Bewegung «Révolte agricole Suisse» und ihre Forderungen nach einem fairen Markt und geteilten Margen zwischen ProduzentInnen und Handel. Faire Einkommen und eine Landwirtschaft, die das Klima und die Biodiversität schützt, seien kein Widerspruch. Beides sei unumgänglich, wenn man die Lebensmittelproduktion langfristig erhalten wolle. Es brauche einen Wandel weg von der aktuellen «Pflästerli-Agrarpolitik» hin zu einer ganzheitlichen und ökologischen Landwirtschafts- und Ernährungspolitik.

«Teil der Ursache statt der Lösung»
Die Petition des Schweizer Bauernverbandes sei dagegen vor allem eine Alibi-Aktion, um die Kontrolle über die Proteste zu behalten. «Der SBV soll endlich die Interessen von uns Bäuerinnen und Bauern vertreten und darf sich nicht länger vor den Karren der Konzerne spannen lassen», schreibt die VKMB. Der SBV müsse die Allianz mit den Wirtschaftsverbänden aufkünden. Den Verstrickungen zwischen bäuerlichen Politikern und (Agrar-)Konzernen müsse ein Riegel vorgeschoben werden, nur so könne man das Hofsterben aufhalten und eine zukunftsfähige Landwirtschaft gestalten. «Aktuell sehen wir den SBV als Teil der Ursache statt der Lösung für die Probleme in der Landwirtschaft.»

PRESSEDIENST KLEINBAUERN-VEREINIGUNG VKMB

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