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Den Lehrer trifft keine Schuld

Der 44-Jährige war von der Staatsanwaltschaft Oberland angeklagt worden, im Jahr 2018 in Kandersteg und  Brienz seine beruflichen Aufsichtspflichten verletzt zu haben, indem er sich vom Landeplatz entfernte und die Landephase von zwei Flugschülerinnen nicht persönlich überwacht hatte (Bericht im "Frutigländer" vom 27. Februar). Die beiden Frauen stürzten aus niedriger Höhe ab und verletzten sich dabei schwer.

Anders als die Staatsanwaltschaft erkannte das Gericht im Unfall von Kandersteg keine erschwerten thermischen Bedingungen bei der Landung. Aufgrund des fortgeschrittenen Ausbildungsstands und der meteorologischen Verhältnisse habe der Fluglehrer die Landephase nicht persönlich überwachen müssen. Im zweiten Fall in Brienz sei es für den Fluglehrer nicht vorhersehbar gewesen, dass die Schülerin, anders als abgemacht, eine Punktlandung versuchte, für deren Folgen sie nun persönlich die Verantwortung übernehmen müsse. Das noch nicht rechtskräftige Urteil kann von der Anklagebehörde und von der Privatklägerin vor Obergericht weitergezogen werden.

Der Bericht mit Begründung des Urteils folgt in der Freitagsausgabe.

Peter Schibli

Peter Schibli
Peter Schibli
Peter Schibli (geb. 1956) wuchs in Bern auf, studierte an der Universität Rechtwissenschaften und begann bereits während des Studiums als Gerichtsreporter zu arbeiten. 1984 promovierte er mit einer Dissertation über das Schweizerische Bundesgericht. Nach Redaktionsstellen bei «Der Bund» und beim «Badener Tagblatt» wechselte er 1986 zur Basler Zeitung, der er 21 Jahre lang treu blieb: Inlandredaktion, Deutschland-Korrespondent, USA-Korrespondent, Online-Redaktion, Mitglied der Chefredaktion waren seine Stationen. Kurz bevor die BaZ unter Christoph Blochers Einfluss geriet, wechselte Schibli zur SRG, wo er die letzten elf Jahre als Direktor swissinfo.ch und als Nationaler Koordinator Multimedia tätig war. 2018 ging er vorzeitig in Pension. Seither arbeitet Schibli als freier Journalist (u.a. als Gerichtsreporter für den Frutigländer). In der Freizeit spielt er Theater sowie Fagott und geniesst den Unruhestand.

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