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«Das Herz wird nicht dement»

Ist meine Vergesslichkeit noch normal? Wo beginnt die Demenz? Sonja Imoberdorf leitet die Geschäftsstelle Senioren Frutigland. Zusammen mit Pro Senectute Kanton Bern und der Beratungsstelle Alzheimer Bern organisierte sie eine Informationsveranstaltung über die Krankheit.

GERHARD KAPPHAHN
Am vergangenen Dienstagnachmittag waren im Kirchgemeindehaus Reichenbach mehr als hundert Personen versammelt. Man wartete gespannt auf die Vorträge. «Das Herz wird nicht dement», erklärte Silke Däppen von der Beratungsstelle Alzheimer Bern. Demenz beeinträchtige die Möglichkeit im Gehirn, Informationen zu verarbeiten, das Erinnerungsvermögen schwinde. «Aber man findet über Emotionen und Gefühle den Zugang zu diesen Menschen wieder. Dies spendet Trost und Hoffnung.»

Aktuell leben rund 153 000 Menschen mit Demenz in der Schweiz – Tendenz aufgrund der Alterung der Gesellschaft steigend. Man rechnet bis ins Jahr 2050 mit einer Verdoppelung der Erkrankungen. Die Gesundheitsförderung gewinne dadurch an Bedeutung, so Däppen. Und noch eine Zahl sei beeindruckend: «Demenz schlägt heute mit jährlichen Gesamtkosten von über 11 Milliarden Franken zu Buche. Beinahe die Hälfte davon tragen Angehörige durch unbezahlte Betreuungs- und Pflegeleistungen.» Nach dieser Aussage ging ein Raunen durch den Saal.

Warnzeichen ernst nehmen
Wann ist eine Demenzabklärung angezeigt? Silke Däppen schaffte Klarheit. «Die Warnzeichen einer dementiellen Entwicklung sind vielfältig. Alltagsgeschäfte werden schwierig, Personen können sich nicht mehr organisieren. Es treten Veränderungen in der Persönlichkeit auf», erklärte die Fachfrau. Und wann liegt eine Demenz vor? «Der Transfer vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis ist gestört, hinzu kommen eine oder mehrere Beeinträchtigungen hinsichtlich Sprache und Handeln sowie der Verlust von Sinneseindrücken oder Planungsfähigkeit.»

Was kann gegen die Krankheit getan werden? Rosina Inniger, Instruktorin Altersturnen aus Adelboden, zeigte Möglichkeiten auf und riss die ZuhörerInnen gleich von den Stühlen. «Bleiben sie in Bewegung», lautete ihr Motto, unter dem sie die kurzweilige Demenzprävention begann: Rosina Inniger machte es auf der Bühne vor, die Arme im Saal gingen in die Höhe, Mann und Frau hatten sichtlich Freude am Mitmachen.

«Zwäg ins Alter» heisst bei Pro Senectute das Programm Gesundheitsförderung. Katrin Lerch als Koordinatorin nahm im Abschlussreferat diesen Faden auf: «Im Alter möglichst lange daheim wohnen ist das Ziel», so ihre Kernbotschaft. Das Rezept dafür sei bekannt, werde aber zu wenig umgesetzt. Es benötige eine individuelle gesunde Lebensweise mit Fokus auf Ernährung, Bewegung, sozialen Kontakten und geistiger Fitness. «Es braucht dafür oftmals eine kleine Aktvierungshilfe, Pro Senectute bietet gezielte Unterstützung an», ermunterte Katrin Lerch das Publikum.

Was bleibt zum Abschluss?
Viele der Anwesenden kennen sich mit Demenz als Betroffene oder Angehörige bereits aus. Was die Informationsveranstaltung besonders machte, war der Austausch mit Gleichgesinnten und Fachpersonen. Und dieser wurde bei Kaffee mit selbst gemachter Züpfe und Kuchen rege fortgesetzt – Demenzprävention pur.

Der Vortrag wird am 9. April in Adelboden und am 7. Mai in Kandersteg wiederholt.

Informationen zur Anmeldung finden Sie unter: senioren-frutigland.ch/veranstaltungen

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