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Belle Epoque – Alte Fotografie im besten Licht

Die Entwicklung der Fotografie falle auch in die Zeitperiode der Belle Epoque, beide hätten sich gegenseitig beeinflusst, führte Karl Johannes Rechsteiner an seinem reichbebilderten Vortrag «Pioniere der Fotografie» im Gemeindesaal Kandersteg aus. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung um die vorletzte Jahrhundertwende war vor allem für das mittlere und gehobene Bürgertum eine feine Sache. Sehen und gesehen werden – man leistete sich den damaligen Luxus der Fotografie. Beispielsweise war das Porträtieren hoch im Kurs. Die Bilder auf festem Kartonträger wurden rege ausgetauscht, sie waren so etwas wie Visitenkarten.
Auch in anderen Bereichen leisteten die damaligen Fotografen schweizweit Pionierarbeit. Unterschiedlichste Motive wurden auf die Fotoplatte gebannt und dokumentierten den Tourismus, unsere Bergwelt, den Bau der Eisen- und Bergbahnen oder die architektonische Entwicklung, um nur einige Themen zu nennen.
Rechsteiner wies auf den lokalen Fotografen Emanuel Gyger (1861 – 1951) aus Adelboden hin. Er wird als Fotopionier im Bereich des Skisports bezeichnet. Mit seinem Gespür, die Kamera im richtigen Moment auszulösen, schuf er ganz besondere Schwarz-Weiss-Bilder, aufgenommen mit einer schweren Plattenkamera und Glasplatten als Bildträger. «Fotografen benötigten Fachwissen, mussten den chemischen Entwicklungsprozess kennen und muskulöse Arme haben», präzisierte Karl Rechsteiner zum Schluss.

GERHARD KAPPHAHN

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