StartArchivMedienförderung ganz direkt

Medienförderung ganz direkt

IN EIGENER SACHE Vor Kurzem meldete sich ein Leser mit einer ungewöhnlichen Bitte beim «Frutigländer». Um die Zeitung zu unterstützen, wolle er ein Abo verschenken. Die Redaktion durfte den Empfänger selbst auswählen – und entschied sich für den Verein Kander Kultur.

BIANCA HÜSING
Ein Obwaldner Fotograf mit bayerischen Wurzeln, der in seinem Berner Atelier den Online-«Frutigländer» liest – zugegeben, diese Szene ist gestellt. Aber komplett unrealistisch ist sie nicht: Maximilian Lederer stammt tatsächlich aus Sachseln in Obwalden, hat fränkische Vorfahren, arbeitet als Kunst- und Auftragsfotograf in Bern und liest Woche für Woche den «Frutigländer» – wenn auch nicht digital in seinem Atelier, sondern zu Hause im guten alten Printformat. Wie er dazu kommt? Seine Partnerin stammt aus dem Tal und hat die Zeitung seit Langem abonniert. Erstaunlicherweise sind es gerade die mikrolokalen Themen, die Lederer interessieren, obwohl er sonst wenig Berührungspunkte mit der Region hat. «Ich halte Lokaljournalismus für überaus wichtig und erlebe mit, wie er aus dem Sarneraatal schrittweise verschwindet.» Vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Zeitungssterbens erstaunt es Maximilian Lederer, dass der «Frutigländer» immer noch eigenständig ist und einen ganzen Stab von LokalredakteurInnen und -korrespondentInnen beschä!gt. Kurzerhand schrieb er eine Mail: «Gerne möchte ich Ihre Redaktion mit einem Abo unterstützen. Eine zweite Sendung in unseren Haushalt ergibt jedoch wenig Sinn. Gibt es die Möglichkeit, ein Abo sinnvoll und an den passenden Ort zu ‹verschenken›? Vielleicht haben Sie ja eine Idee.»

Zwei Fliegen mit einer Klappe
Überrascht von dieser ungewöhnlichen Anfrage und dankbar für das Angebot ging das «Frutigländer»-Team in sich und beschloss, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Durch ein Gratis-Abo für den Verein Kander Kultur könne man gleichzeitig Kultur- und Medienförderung betreiben, so der Gedanke. Ein weiterer Vorteil: In der Badi Lounge erreicht die Zeitung junge Leute, die (noch) kein eigenes Abo haben. «Für uns ist das eine super Sache», sagt Vereinspräsident Reto Grossen. «Obwohl ich den ‹Frutigländer› privat abonniert habe, ist es toll, wenn wir auch einen für unsere Gäste und vor allem für das Team in der Badi Lounge haben. Es gibt regelmässig Artikel im Zusammenhang mit Kander Kultur, die wir dann vor Ort lesen können!»

«Frutigländer»-Verleger Richard Müller betont: «Wir brauchen jedes Abo, um in diesen für Medien schwierigen Zeiten fortbestehen zu können. Umso schöner ist es, wenn jemand uns sogar noch zusätzlich unterstützt. Das zeigt, dass unsere Arbeit geschätzt wird.»

Mehr Infos über Maximilian Lederer und den Verein Kander Kultur !nden Sie in der Rubrik Web-Links unter www.frutiglaender.ch.

Zuletzt erschienen

Ähnliche Artikel

Mehr von diesem Autor