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Die Geburtenabteilung bewegt nach wie vor

GEMEINDERAT FRUTIGEN

Bedauern und Zuversicht

Der Gemeinderat Frutigen hat mit grossem Bedauern vom Entscheid des Verwaltungsrats der Spitäler fmi AG Kenntnis genommen, dass aufgrund von fehlendem Fachpersonal und der angespannten finanziellen Lage der Bereich Geburt und Wochenbett per 1. April 2025 ans Spital Interlaken verlegt werden soll. Auch die sehr kurzfristige Ankündigung dieses Entscheids wird von der Standortgemeinde beanstandet.

Via Regionalplanung Kandertal finden mit den umliegenden Gemeinden Gespräche zum weiteren Vorgehen statt. Zudem hat der Gemeinderat zur Kenntnis genommen, dass gegen diesen Entscheid aktuell mehrere Petitionen laufen.

Erfreulich ist für den Gemeinderat hingegen, dass der Spitalstandort Frutigen weiterhin unbestritten ist und die Notfallstation gestärkt sowie die Zusammenarbeit mit den Hausarztpraxen intensiviert werden soll. Ebenfalls als positiv erachtet der Gemeinderat die Weiterführung und -entwicklung der stationären Grundversorgung mit Fokus auf ein wohnortnahes Angebot für die ältere Bevölkerung sowie den geplanten Ausbau des psychiatrischen Angebots in Frutigen.

Der Gemeinderat wird sich dafür einzusetzen, dass diese Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt und nachhaltig gesichert werden und kein weiterer Leistungsabbau erfolgen wird.

GEMEINDERAT FRUTIGEN


«Überparteilicher Diskurs ist jetzt zentral»

Das Liberale Frutigen hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht: Die Schliessung der Geburtenabteilung des Spitals Frutigen per 1. April 2025 hat massive Folgen für unsere Gemeinde. Besonders für die betroffenen Eltern bedeutet die kurzfristige Kommunikation eine gravierende Veränderung. Denn die Geburt eines Kindes ist ein besonderes Ereignis, das Sicherheit und Vertrauen verlangt.

Deshalb bedauern wir den Entscheid der Schliessung zutiefst. Die äusserst kurzfristige Schliessung innerhalb von nur zehn Tagen stellt viele Betroffene vor grosse Herausforderungen. Eine solch tiefgreifende Veränderung erfordert mehr Zeit zur Anpassung und Planung. Wir hätten uns daher eine längere Vorlaufzeit gewünscht, um den werdenden Eltern eine bessere Vorbereitung zu ermöglichen.

Dankbar nehmen wir zur Kenntnis, dass das restliche Angebot der Geburtshilfe (z. B. Schwangerschaftskontrollen, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse) weiterhin durch die Spital fmi AG in Frutigen aufrechterhalten wird und die Beleghebammen zumindest in diesen Bereichen die Betroffenen wohnortnah betreuen können. Gleichzeitig erkennen wir an, dass der geplante Ausbau der Notfallabteilung sowie des psychiatrischen Angebots ein klares Bekenntnis zum Standort Frutigen darstellt. Damit wird einer Entwicklung Rechnung getragen, die in den letzten Jahren leider immer mehr an Bedeutung gewonnen hat: die steigende Zahl an psychischen Erkrankungen.

Das Liberale Frutigen setzt sich weiterhin dafür ein, dass alle Bevölkerungsgruppen die bestmögliche gesundheitliche Betreuung erhalten und wir somit eine starke Gesundheitsversorgung in unserer Region aufrechterhalten können. Deshalb fordern wir einen intensiven und anhaltenden Dialog zwischen der Bevölkerung, der Gemeinde und dem Spital. Für uns ist ein überparteilicher Diskurs zentral.

Wir danken den Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie dem gesamten Pflegepersonal für ihre jahrelange engagierte Arbeit und finden es äusserst bedauerlich, dass ihre wertvolle Arbeit nicht mehr in der gewohnten Form fortgeführt werden kann.

VORSTAND LIBERALES FRUTIGEN

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