StartArchivAusflug in Adelbodens Hotelwelt – zwischen Meditation und Mocktails

Ausflug in Adelbodens Hotelwelt – zwischen Meditation und Mocktails

Diverse Hotels in Adelboden öffneten im Rahmen des «Please disturb»- Tages ihre Türen und gaben interessierten jungen Menschen die Möglichkeit, Hotelluft zu schnuppern. Der Anlass richtete sich an Jugendliche in der Berufswahlphase und an Interessierte, die die Hotellerie und Gastronomie von einer neuen Seite erleben möchten. Für den «Frutigländer» haben Ashley (14) und Tara (13) einen Tag lang Hotelluft geschnuppert und berichten hier von ihren Erfahrungen.

ASHLEY UND TARA

Wir, Ashley und Tara, besuchen die achte Klasse der Oberstufenschule Progymatte in Thun. Für uns war dieser Tag ein willkommener Anlass, einmal die verschiedenen Hotels in Adelboden zu besuchen. Was wird uns wohl erwarten? Was können wir lernen? Und wie ist das überhaupt, in einem Hotel zu arbeiten?

All diese Fragen gehen uns durch den Kopf, bevor wir uns auf den Weg machen. Sieben Hotels stehen auf unserem Programm, für jedes haben wir knapp 20 Minuten eingeplant – wir sind gespannt, was uns erwarten wird.

Im «The Cambrian» erwartet uns schon Resident Manager Chiara Laillard. Sie zeigt uns beiden das Hotel, das Ende der 80er-Jahre nach alten Plänen des Grand Hotel Regina im Belle-Époque-Stil wieder aufgebaut wurde. «2007 wurde es vollumfänglich saniert und trägt seit 2010 seinen neuen Namen: The Cambrian», erklärt uns Laillard. Im Spa warten bereits die Mitarbeiterinnen Kyriaki Christofi und Maria Moutsa auf uns, die uns eine entspannende Gesichtsbehandlung zuteilwerden lassen. Danach geht es direkt weiter zum Adler Adelboden, wo uns Direktionsassistent Joël Schweizer und Sara Schranz erwarten. Letztere ist Restaurantfachfrau im zweiten Lehrjahr und berichtet von ihrer Ausbildung. «Es ist wichtig, dass man den Überblick behält, auch wenn es mal hektischer wird», erklärt sie uns mit einem Lächeln.

Es geht um Millimeter
Ganz Profi zeigt sie uns, wie man einen Tisch richtig deckt und Servietten faltet. «Das sieht schon ziemlich gut aus», lobt sie uns anerkennend, nachdem wir unter den prüfenden Blicken der beiden Gläser, Besteck und Teller platziert haben. «Es geht hier um Millimeter», beschreibt Joël Schweizer die Anforderung an die Genauigkeit der Mitarbeiter im Restaurant und fügt ergänzend hinzu: «Der Gast bemerkt den Unterschied vielleicht nicht direkt, spürt aber, wenn alles seine Richtigkeit hat.»

Unsere dritte Station ist «The Brecon». Während Assistant Host Lea Heinzer uns durch das Hotel führt, erläutert sie das Konzept: «Bei uns dreht sich alles um die natürliche Schönheit von Adelbodens beeindruckender Umgebung.» Um das zu demonstrieren, macht sie mit uns noch einen Abstecher zum Pool, von dem man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge geniesst.

In der «Revier Mountain Lodge» wartet Chief Till Dossenbach auf uns. «Wir legen hier Wert auf die kleinen Dinge», erläutert er das Konzept des Hotels. Martin Gasiour zeigt uns, wie wir einen Mocktail zubereiten, den wir im Anschluss entspannt geniessen. So können wir, bevor es weitergeht, eine kleine Pause einlegen.

Nur ein paar Meter weiter steht das «Aparthotel». Für General Manager Anke Reindl ist nach eigener Aussage «das Smartphone das wichtigste Arbeitsinstrument». Hier läuft alles digital. Darum sei das Hotel vor allem auch etwas für «junge Familien, die es gerne unkompliziert mögen», so Reindl. Eine Welcome-Box erwartet die Besucher auf den Zimmern, und auch das Essen wird per Smartphone bestellt. Warum macht sie beim «Please disturb»-Tag mit? «Auch wenn wir nicht ausbilden, ist es uns wichtig zu zeigen, dass es vielfältige Hotelkonzepte gibt», erklärt sie.

Um zum «Ferien- und Familienhotel Alpina» zu gelangen, geht es raus aus dem Zentrum. Geschäftsleiter René Müller erläutert, dass das Thema Fachkräfte und Lehrlingsmangel «ein Riesenthema» sei. «Die demografische Entwicklung spricht zwar gegen uns, aber ich blicke optimistisch in die Zukunft», so Müller. Er betont, dass es wichtig sei, zu schauen, welche Zusatzleistungen man den Gästen noch anbieten könne.

Optimistischer Blick nach vorn
Unsere «Please disturb»-Tour ist fast zu Ende. Nun steht für uns noch das «Bellevue Parkhotel & Spa» auf dem Programm. Franziska Richard, die das Hotel in dritter Generation leitet, unterstreicht die Wichtigkeit der Ausbildung: «Die Branche braucht Fachkräfte», diese seien jedoch nicht einfach zu finden. Sie betont, dass das Hotel auch in Zukunft weiterhin ein Ausbildungsbetrieb sein werde. «Wir glauben an den Service», erklärt das Mitglied der Besitzerfamilie. Richard blickt optimistisch in die Zukunft, auch weil sie im kommenden Jahr gleich zwei Jubiläen feiern: 125 Jahre Hotel Bellevue und 100 Jahre Familie Richard als Besitzer. Um zum Schluss noch ein wenig zu relaxen, führt uns Therapeutin Helga Eckhof Hauser in die Meditation ein, die so entspannend ist, dass wir fast einschlafen. Entspannt und frisch gestärkt erholen wir uns noch im Schwimmbad.

Unser Fazit des Tages? «Die Hotelbranche ist spannend, vielseitig und hat uns neugierig auf mehr gemacht. Vielleicht machen wir ja ein Praktikum, um noch stärker reinzuschnuppern.»

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