SICHERHEIT Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten – gerade Familien zieht es im Sommer in die Berge. Während die Kleinen auf den Wegen herumtollen, geniessen die Eltern die Natur. Doch eine Wanderung ist nicht ganz ungefährlich.
Wandern kennt kein Alter: «Ab welchem Alter ein Ausflug in die Berge mit Kindern möglich ist, kommt auf die Entwicklung und die Fähigkeiten des Nachwuchses an», so Reiseexpertin Bettina Konzack. «Selbst Babys und Kleinkinder können in einer Tragehilfe die Wanderung miterleben.» Hierfür sollte der Nachwuchs allerdings bereits stabil sitzen können. Ab etwa drei Jahren würden es die Kleinen dann meist schaffen, den Gipfel selbstständig zu erklimmen.
Kinder haben Spass an Bewegung, aber ihre Kondition ist begrenzt. Das sollten Eltern bei der Wahl der Tour berücksichtigen und am besten 1,5-mal mehr Zeit als angegeben einplanen. Empfehlenswert seien kürzere Etappen mit genügend Pausen, rät die Expertin. «Flache, abwechslungsreiche Routen mit spannenden Zwischenstopps, die Zeit zum Spielen bieten, sorgen für mehr Motivation.» Eltern, die sich vorab spannende Rastplätze wie einen kleinen Bach oder eine gemütliche Hütte überlegen und die Kinder in die Planung miteinbeziehen, sorgen dafür, dass die kleinen Gipfelstürmer die nächste Wanderung gar nicht mehr erwarten können.
Die richtige Strategie am Berg
Auf Wandertouren gilt: Eltern und Kinder sollten feste Schuhe mit rutschfester Sohle tragen. Ein kleiner Rucksack mit Verpflegung, ausreichend Flüssigkeit, Wanderführer, wetterfester Kleidung und Sonnenschutz darf ebenfalls nicht fehlen. «Mit der richtigen Ausrüstung sind Familien nicht nur auf wechselhafte Witterungseinflüsse vorbereitet, sondern sie reduzieren auch das Verletzungsrisiko», erklärt Unfallexpertin Helena Biewer. Insektenstiche, Verstauchungen oder Wunden sind bei einer Wanderung keine Seltenheit, daher gehört auch ein Erste-Hilfe-Paket zur Wander-Grundausstattung. Als Ergänzung könne ausserdem eine private Unfallversicherung sinnvoll sein.
Klare Regeln sind entscheidend für eine sichere Wanderung. Kinder neigen dazu, vorauszulaufen oder sich von interessanten Dingen am Wegesrand ablenken zu lassen. Daher gilt: Zusammenbleiben und den Nachwuchs nicht aus den Augen verlieren. «Da Kinder Gefahren deutlich schwerer einschätzen können, sollten Eltern ihnen erklären, warum sie auf markierten Wegen bleiben müssen und wo besondere Vorsicht geboten ist», so Biewer.
Ein plötzlicher Wetterumschwung sei gerade in den Bergen sehr gefährlich. «Es ist daher ratsam, die zu erwartende Witterung zu prüfen und im Zweifel die Tour abzubrechen», so die Unfallexpertin. Sie empfiehlt Eltern ausserdem, für den Notfall vorbereitet zu sein und sich etwa vorab über nahegelegene Schutzhütten oder Rettungspunkte zu informieren.



