Der SP Regionalverband Oberland würdigt an seiner Mitgliederversammlung das langjährige Wirken von Alt-Grossrat Urs Graf.
«Durchdachte Taktik mit einer Prise Schalk», so fasste Nationalrätin Ursula Zybach das Wirken von Urs Graf als Grossrat kurz und knapp zusammen. Von 2016 bis 2024 war der Interlakner Teil der kantonalen Legislative im Berner Rathaus. Am Mittwochabend wurde er in Spiez vom SP Regionalverband Oberland für sein langjähriges Engagement geehrt.
Wegbegleiterin Zybach, die zur gleichen Zeit im Grossen Rat sass, erinnert sich vor allem an viele «bärenstarke Erlebnisse». Traten die zwei doch gemeinsam im Wahlkampf als Duo auf und schafften die Wiederwahl.
Der neugestaltete Postplatz oder der Neubau beim Congress Kursaal Interlaken nannte Ursula Zybach als zwei seiner grössten Errungenschaften als Gemeindepräsident von Interlaken (2005 – 2020).
Gegen den Extremismus
Mit langanhaltendem Applaus würdigte die Versammlung die Verdienste von Urs «Sru» Graf. Dieser zeigte sich in seiner kurzen Dankesrede immer noch engagiert. «Was aktuell auf uns zukommt, macht mir extrem Angst. Wir müssen genau hinschauen und dürfen nichts tabuisieren, um dem Extremismus entgegenzuwirken.» Im Anschluss durfte der Alt-Grossrat und Sport-Fan YB-Spielerin Jana Kohler aus Thun zum Interview bitten. Die Mittelfeldspielerin erzählte aus dem Fussballerinnen-Nähkästchen.
«Mega, mega schön», seien die über 10 000 ZuschauerInnen im Rekordspiel gegen GC im Wankdorf gewesen, auch wenn sie selbst wegen eines Kreuzbandrisses auf der Tribüne sitzen musste. Kohler sagte, dass die Wertschätzung und Anerkennung wie auch die finanzielle Unterstützung für Fussballerinnen steige. Sie ist aktuell neben ihrem Job als Fussballerin zu 50 Prozent im Anlage- und Apparatebau tätig.
Martin Künzi weiterhin als Statthalter
Ebenso ein zentrales Thema waren die bevorstehenden Regierungsstatthalterwahlen im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli. Der Regionalverband Oberland stellt sich voll und ganz hinter den bisherigen Statthalter Martin Künzi und unterstützt ihn im laufenden Wahlkampf. Die interessenunabhängige und neutrale Weiterführung des Statthalteramts stehe im Vordergrund, so Martin Künzi vor der Versammlung. «Einem gut funktionierenden Statthalteramt sollte man nicht anmerken, welcher Partei der Statthalter angehört.»
Seit 2014 ist er als Statthalter tätig und hat in dieser Zeit nach eigenen Angaben ein «eingespieltes, effizientes Team aufgebaut». «Diese Arbeit möchte ich gerne fortführen.»
18 GemeinderätInnen in elf Gemeinden
Inklusive SympathisantInnen hat der Regionalverband 583 Mitglieder, was ein en leichten Anstieg zum Vorjahr bedeutet. Die SP Oberland ist mit 18 GemeinderätInnen in den Exekutiven von 11 Gemeinden vertreten. Im Grossen Rat vertreten die nachgerückten Beatrix Hurni (für Ursula Zybach) und Daniel Studer (für Urs Graf) die Interessen des Regionalverbands. Die Jahresrechnung schliesst mit einer Vermögenszunahme von 7047.21 Franken ab, wie der scheidende Kassier Jakob Bühler ausführte.
Als sein Nachfolger wurde Paul Zybach von der Sektion Bödeli-Jungfrau mit Applaus gewählt.
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