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Vorbereitung auf dem Niesen

Vor der Eröffnung der Bahn am Niesen liefen die Vorbereitungen für den Saisonbeginn 2025 auf Hochtouren. So musste heisser Asphalt per Helikopter für neue Wege angeflogen werden. Die Strassenbauer arbeiteten dabei mit neuen Maschinen auf über 2000 Metern Höhe.

Wie der «Frutigländer» in der letzten Ausgabe berichtet hat, verlief der Saisonbeginn der Niesennahn erfolgreich. Aber welche Arbeiten waren dafür notwendig?

Als die Baumaschinen mit der Bahn hochtransportiert wurden, war Millimeterarbeit gefragt, gab es doch bei der Bergstation links und rechts nur wenige Zentimeter an freiem Platz. Es bedurfte eines guten Auges und viel Feingefühls, um die schweren Maschinen unbeschadet bei der Bergstation aus der Bahn zu laden. Diese Vorbereitungen vom Team Niesen ermöglichten den Start der Belagsarbeiten.

Kurz vor der Eröffnung wurden wichtige Wege erneuert und Schlaglöcher auf dem Parkplatz bei der Talstation repariert. Die Belagsarbeiten wurden durch eine grosse Strassenbauequipe der Marti AG Bern, Baubetrieb Frutiger durchgeführt. Es ging darum, die Route zwischen der Bergstation und dem Berghaus für den Sommer in Stand zu stellen.

Bauen am Berg
Ein Helikopter flog den 170 Grad heissen Asphalt zur Bergstation Niesen auf 2336 Meter über Meer. Die 800 Kilogramm Asphalt mussten per Kübel exakt in die trichterförmige Öffnung der Belagsmaschine geleert werden. Sofort fuhr der Maschinenführer langsam los, um die Materialmenge über die ganze Breite des Gehweges zu verteilen. Anschliessend nahmen die Strassenbauer die weiteren Arbeiten auf.

Mit einer Kombiwalze von 3,5 Tonnen und 100 Kilogramm schweren Vibroplatten wurde der Asphalt verdichtet. Diese Walzen vereinen die Funktionen einer Tandemvibrationswalze und einer Gummiradwalze in einem Gerät. Sie werden im Strassenbau zum Verdichten von Asphalt eingesetzt. Ziel war es, eine glatte und belastbare Oberfläche zu erzeugen. Die Feinarbeiten wurden anschliessend mit Schaufeln und Belagskrucken ausgeführt.

170 Meter Fussweg
Das musste alles in einem recht zügigen Tempo und innert weniger Minuten geschehen – war doch die nächste Asphaltlieferung schon im Anflug. «Vom frühen Morgen bis zum späteren Nachmittag wurden 600 Quadratmeter oder 170 Meter Fussweg zwischen der Bergstation und dem Restaurant frisch asphaltiert. Es wurden 70 Tonnen Belag aufgetragen», erklärte Belagsbauführer Iwan Hachen von der Marti AG.

Für das Bauteam war die Arbeit auf dem schmalen Fussweg eine besondere Herausforderung. Für diesen Auftrag wurde zum ersten Mal ein Belagsfertiger Vögele MINI 500 eingesetzt. Altes Material wurde während der Bauarbeiten nicht einfach entsorgt. «Bei den Arbeiten fielen 20 Tonnen alter Belag an. Diesen recyclen wir und verbauen das Material wieder», so Belagsbauführer Hachen.

Die Vorbereitungsarbeiten waren intensiv
Andreas Wiedmer, Leiter Betrieb und Technik, hatte während des Winters alle Hände voll zu tun. «Bei unseren Revisionsarbeiten wurden Teile geschmiert, kontrolliert, ausgewechselt und ebenfalls die Wagen kontrolliert», erklärte Wiedmer. Speziell war dieses Jahr die Kontrolle des Antriebs und der Steuerung der Niesenbahn in der ersten Sektion, welche im Winter 2023/2024 neu eingebaut worden war. Zudem fielen im Berghaus Malerarbeiten an.

Das Team Betrieb und Technik der Niesenbahn war für die anfallenden Unterhaltsarbeiten bei Terrasse, Heizung, Lüftung und Kühlung zuständig. Die Sicherheit schrieb die Niesen-Bahn bei den Vorbereitungen gross. Dass das Team mit hundertprozentigem Einsatz dabei war, zeigte der Test bei der Fangbremsprobe. Die Bremsen funktionierten perfekt.und Deutschland, um sich über die Ausbildung zu informieren.»

MICHAEL SCHINNERLING

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