Im Jahr 2024 wurden 53›000 Unternehmen gegründet. Diejenigen die den Fokus auf Innovation, schnelles Wachstum und Risikokapitalfinanzierung setzen, werden als Startups bezeichnet. Frutigen brachte mit Futur Naturprodukte GmbH und der Firma Wild Foods zwei Startups hervor, welche dem Markt der veganen Lebensmittel in der Schweiz zu einem gewaltigen Schub verhalfen. Die meisten Startups stammen jedoch aus dem Bereich Saubere Technologien, Biotechtechnologie und Medizin. Depoly, das beste Schweizer Startup 2024, baut im Unterwallis eine industrielle Demonstrationsanlage, die Plastikmüll aufspaltet und ihn der kunststoffverarbeitenden Industrie wieder als Rohstoff zur Verfügung stellt.
Während sich die einen um Fortschritt und Nachhaltigkeit bemühen, setzten andere auf Zerstörung – oder Pardon: Verteidigung. So investiert die Nato mit ihrem Innovation Fund in Rüstungs-Startups. Klaus Hommels, Leiter des Funds, gibt in der aktuellen Ausgabe von Bilanz Auskunft über das lange geächtete Thema: Noch bis vor drei Jahren konnten Gründer in diesem Bereich noch nicht einmal ein Bankkonto eröffnen, so Hommels.
Mit der neuen Bedrohungslage sei das Thema nun gesellschaftsfähig geworden. Fast schon geächtet werden heute stattdessen Intellektuelle wie Richard David Precht, die sich für Frieden und gegen Waffenlieferungen aussprechen.
Bei den neuen Waffensystemen wird KI laut Hommels eine zentrale Rolle spielen. «KI ist unerlässlich bei der Sammlung, Strukturierung, Aufbereitung und Interpretation der Daten und am Ende des Tages wahrscheinlich auch bei der Ausführung des Einsatzes.» Die Entwicklung geht zu Drohnenschwärmen, die koordiniert angreifen und irgendwann selbst entscheiden können, auf wen sie schiessen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Drohnenschwärme die menschliche Intelligenz irgendwann übersteigen, sich klammheimlich mit den Waffensystemen des sogenannten Feindes verbünden und Frieden über Krieg stellen.
BETTINA GUGGER
B.GUGGER@FRUTIGLAENDER.CH



