Die Spitex Niesen blickt auf eines der anspruchsvollsten Jahre ihres Bestehens zurück. Dennoch ist die Organisation in allen Bereichen gut aufgestellt. Das kam an der Hauptversammlung des Vereins zum Ausdruck.
Politische Veränderungen und finanzielle Sorgen, welche das gesamte Gesundheitswesen prägen, seien auch an der Spitex Niesen nicht spurlos vorbei gegangen, betonte Urs Gehrig, Präsident des Vereins Spitex Niesen, an der Hauptversammlung am vergangenen Dienstag im Spital Frutigen. In diesem schwierigen Umfeld steche die Spitex Niesen als eine der wenigen Organisationen positiv hervor, indem sie nach wie vor schwarze Zahlen schreibe, so Gehrig weiter.
Eigenständigkeit bleibt
Ein grosser Knackpunkt für die Zukunft sei die Reduktion von 47 auf noch 17 Spitex-Regionen, welche ab 2026 vom Kanton angeordnet wird. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir dank unserer weitverzweigten geografischen Lage eigenständig bleiben können. Das heisst, dass wir nicht mit anderen Organisationen verhandeln und die Finanzen aufgliedern müssen», sagte Gehrig mit sichtlicher Genugtuung. Es sei zwar nicht so, dass sich die Spitex Niesen gar nicht mit privaten Mitbewerbern messen müsse, doch gerade durch das weitverzweigte Versorgungsgebiet seien private Organisationen wenig an einer Übernahme interessiert.
«Trotzdem wird das eine grosse Herausforderung. Das Pflichtenheft des Kantons für den Leistungsvertrag 2026 – 2029 ist gross und zwingt auch uns zu Veränderungen», gab Gehrig zu bedenken.
Er sei aber zuversichtlich, dass alle Mitarbeitenden die bevorstehenden Aufgaben meistern würden, schloss er seinen Jahresbericht.
Konstant hohe Auftragslage
Nach drei Jahren konstanten Wachstums habe sich die Auftragslage im vergangenen Jahr auf hohem Niveau eingependelt, berichtete die Geschäftsleiterin Susanna Zurbrügg. Insgesamt wurden 50 355 Pflege- und Hauswirtschaftsstunden geleistet.
Erfreulich sei, dass die Teams personell wieder komplett seien und dadurch Überstunden der Vorjahre abgebaut werden konnten. Die Organisation ist um rund ein Drittel gewachsen, was eine breitere Abstützung und Umverteilung der Aufgaben erfordert.
Ausbildung
In umfassenden Weiterbildungen wurde das Fachwissen aller Mitarbeitenden gefestigt und erweitert. Im direkten «Lohnvergleich Spitex Kanton Bern» konnte festgestellt werden, dass die Spitex Niesen marktgerechte Löhne bezahlt.
Durch die Teilnahme an Herbstmärkten sowie an Ausbildungsabenden und Schülerveranstaltungen wurde erfolgreich versucht, Lernende zu gewinnen. Peter Rieder, welcher für die Finanzen verantwortlich zeichnet, konnte durchwegs positive Erträge vermelden.
Urs Gehrig und Veronika Erni bleiben
Die Spitex Niesen steht demnach auch in dieser Hinsicht vorbildlich da. Urs Gehrig als Vereinspräsident und Veronika Erni stellten sich für weitere vier Jahre zur Verfügung. Sie wurden beide mit Applaus bestätigt.
Im öffentlichen, zweiten Teil referierten Thomas Kaufmann, Co-Leiter Alter / Konsilien Memory Clinic, Spitäler fmi AG, und Markus von Niederhäusern, Pflegefachmann und Teamleiter Team Demenz, Spitex Niesen, zum Thema «Wenn das Gedächtnis nachlässt». Dieser Vortrag stiess auf so grosses Interesse, dass der Raum in der Cafeteria des Spitals beinahe zu eng wurde.
MARCEL MARMET



