Am Samstagnachmittag traf sich das Fanionteam des FC Reichenbach zum letzten Heimspiel der laufenden Saison mit dem FC Weissenstein Bern. Die Reichenbacher Drittligisten traten mit einer stark herausfordernden Ausgangslage auf den Rasen. Dabei überzeugten sie lange mit Teamgeist und aufopferungsvollem Kampf.
Kurz vor Anp!ff zur Partie am vergangenen, sommerlichen Samstagnachmittag schwörte Assistenztrainer Melvin Sarbach die Reichenbacher Drittliga-Equipe auf das Potenzial des gemeinsamen Miteinanders ein. Er tat es nicht grundlos, befand sich das Fanionteam des FC Reichenbach doch in einer ziemlich herausfordernden Situation: Die Gäste, der FC Weissenstein Bern, lagen mit 11 Punkten Vorsprung auf Rang 7. Die Gastgeber positionierten sich an 11. Stelle in der Tabelle. Sollte die Chance auf den Ligaerhalt bestehen bleiben, mussten nun drei Punkte her. Dass das Kader der Reichenbacher Drittligisten aufgrund von Verletzungen, Spielsperren und weiteren Abwesenheiten ausgedünnt war, verschärfte die Situation zusätzlich. Das Aufgebot von Coach Mario Schmid umfasste daher auch Spieler im B-Junioren-Alter sowie einen Fünftliga-Spieler. Somit trafen auf dem Gand in Kien zwei ungleiche Mannschaften aufeinander, was sich sogleich in den ersten Spielminuten zeigte. Die Kicker des FC Weissenstein dominierten vorerst einmal das Geschehen. Trainer Mario Schmids Spieler brauchten etwas Aufmunterung. «Jeder will den Ball!», «Daran glauben!» Motivierende Worte von der Seitenlinie hoben die Stimmung auf dem Spielfeld und liessen den für den FC Reichenbach so legendären Kampfwillen erwachen.
Der FC Reichenbach führt
Zusehends zeigte sich, dass hier zum Teil sehr junge Spieler mit einem erst seit kurzem in dieser Zusammensetzung bestehenden Team Beachtliches entwickelten. Mit konsequenten Aktionen und genauen Pässen schaffte es die einheimische erste Mannschaft im Verlauf von knapp einer Viertelstunde, mit dem FC Weissenstein Bern ebenbürtig zu sein. «Die Taktik war sehr gut», erklärte Mario Schmid nach dem Spiel. Wahrhaftig sah man «seine» Jungs immer wieder tief in der Platzhälfte der Gäste stehen. Dennoch liess das erste Tor noch etwas auf sich warten, bis in die 21. Minute. Wunderschön und exemplarisch für den beherzten Reichenbacher Einsatz nahm Mittelfeldspieler Kevin Heimann einem der Gästespieler den Ball ab. Ein präziser Pass gelang an Stürmer Melvin Sarbach und schon brachte dieser die Gastgeber in Führung. Coach Mario Schmids kämpferische Equipe strebte in der Folge nach ei-nem Führungsausbau. Die mittlerweile etwas Mühe bekundenden Gäste liessen dies jedoch nicht zu und forderten zwischendurch auch mal Reichenbachs Torwart Alexander Beisswanger. Dieser parierte jeweils souverän, während seine Feldspieler Zweikampfstärke bewiesen und immer wieder Hoffnung aufs 2:0 nährten. Der Jungspund auf dem Platz, Gianluca Faga, wandelte die Hoffnung in Wirklichkeit um und erzielte in der 42. Spielminute das zweite Goal für den FC Reichenbach. Goalie Alexander Beisswanger, der am Samstag die Captainbinde trug, spornte seine Mitspieler weiter an: «Wir machen weiter, wir lassen nicht nach!»
«Wir konnten weiterhin gefährlich bleiben»
Mit einem komfortablen Vorsprung von zwei Toren nahmen die Reichenbacher die zweite Halbzeit in Angriff. Dabei kämpften sie von Beginn weg mit einem erstarkten FC Weissenstein Bern ums runde Leder. Das steigerte die Spannung in der Partie. Dies beispielsweise in der 56. Minute, als Tim von Känel erfolgsversprechend in Richtung Box der Gäste preschte. Diese vereitelten jedoch ein Tor des FC Reichenbach und erzielten dank ihres schnellen Umschaltspiels beinahe den Anschlusstreffer. Anhand derartiger Szenen zeigte sich, was Reichenbachs Trainer nach der Partie analysierte: «Wir konnten weiterhin gefährlich bleiben», so Mario Schmid, der aber auch konstatierte: «Die Kräfte liessen nach.» Tatsächlich blieb der FC Reichenbach seinem Kampfwillen und dem vorzüglichen Teamspirit treu. Allerdings führte der Kräfteverzehr zu Ungenauigkeiten im Zusammenspiel. Diese nutzte der FC Weissenstein Bern kaltblütig aus.
Abstieg unausweichlich
Mit dem Anschlusstreffer in der 62. Minute starteten sie ihre Aufholjagd. Erneuten Jubel gab es auch in der 77. Minute; für die Berner, die soeben das Remis erzielt hatten. Noch konnte der FC Reichenbach das Spiel wieder zu seinen Gunsten kehren. An der einen oder anderen hoffnungsvollen Aktion fehlte es auf jeden Fall nicht. Als ab der 81. Minute die Gäste jedoch regelmässig und insgesamt viermal ins Netz der Gastgeber trafen, konnte der FC Reichenbach aller Tapferkeit zum Trotz jedoch nichts mehr ausrichten. Somit ist der Abstieg des Fanionteams in die vierte Liga für die nächste Saison unausweichlich geworden.
Dennoch konnten Coach Mario Schmid und dessen Assistent Melvin Sarbach nicht ohne Stolz auf eine bis weit in die zweite Halbzeit starke Mannschaftsleistung zurückblicken: «Der Teamspirit ge!el mir» und «Die Moral der Mannschaft war heute lobenswert».
Matchtelegramm Meisterschaft 3. Liga
FC Reichenbach – FC Weissenstein Bern 2:6 (2:0) Torschützen FC Reichenbach: 21. Melvin Sarbach, 42. Gianluca Faga Zuschauer: 60 Reichenbach: Alexander Beisswanger, Nils Aellig, Bienvenido Sanchez Costa, Lars Bühler, Pascal Ramseier, André Heimann, Kevin Heimann, Philip von Känel, Bernardo Gabriel Canel-las Spala, Gianluca Faga, Melvin Sarbach, Kaviarasan Thiruganamoorthy, Tim von Känel, Luca Hiltbrand Trainer: Mario Schmid, Melvin Sarbach
MICHAEL MAURER



