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Frutigtaler für einmal ohne Kranz

Auf der Wegscheide zwischen Obwalden und dem Berner Oberland zeigte sich das Wetter von seiner garstigen Seite. Die Schwinger liessen sich am Brünig-Schwinget davon aber nicht beirren. Vor 5700 Zuschauer besiegte der Luzerner Joel Wicki im Schlussgang den Emmentaler Matthias Aeschbacher nach knapp einer Minute mit einem Wyberhaken.

Für den Sörenberger Wicki war dies der erste Triumph auf dem Brünig. Aus unserem Tal waren neun Schwinger am Start, leider blieben sie für einmal ohne Kranz. Neben je 50 Bernern und Innerschweizern waren in diesem Jahr 20 Nordwestschweizer am Start des Brünig-Schwinget. Den Bernern fehlten wegen Saisonplanung, Unfall oder Grippe einige Spitzenschwinger, so auch der Frutiger Curdin Orlik, welcher krankheitsbedingt kurzfristig passen musste. Die Mutzen konnten trotzdem den ganzen Tag an der Spitze mitschwingen. Total konnten 19 Kränze abgegeben werden, davon gewannen die Berner deren acht, sechs gab es für die Innerschweizer und fünfmal Eichenlaub holten sich die Nordwestschweizer.

Sechs Aeschiner am Start
Nicht weniger als sechs Schwinger der Schwingersektion Aeschi hatten die Ehre, am Brünig-Schwinget teilzunehmen. Neben Routinier Hanspeter Luginbühl waren das Brüder-Trio Fabian, Remo und Adrian Schärz sowie die Gebrüder Jan und Mathias Wittwer am Start. Für Neukranzer Adrian Schärz sowie Mathias Wittwer war der Brünig gar Bergfestpremiere. Wittwer zeigte bei seinem ersten Brünig-Schwinget einen sehr guten Wettkampf. Nach einem gestellten ersten Gang folgte ein Sieg über Roman Bucher. Lange wehrte sich der 23-järige Turnerschwinger gegen Noe van Messel erfolgreich, verlor den Gang mit dem Zuger dann aber trotzdem.

Am Nachmittag folgten identische Gänge wie am Morgen, der Turnerschwinger beendete das Fest auf dem 15.Rang. Adrian Schärz erfuhr erst am Samstag von seinem Glück und freute sich sehr auf sein erstes Bergfest, der 17-Jährige war der zweitjüngste Schwinger auf dem Platz. Mit einem gestellten Gang und zwei Niederlagen gelang der Start nicht optimal. Mit einem wunderbaren Kurz reihte er aber im vierten Gang den Innerschweizer Teilverbandskranzer Bruno Schürpf unter die Verlierer. Nach der Niederlage gegen Joel Kessler folgte ein Sieg über den Aargauer Ralf Böni und damit resultierte der 16. Rang.

Schwergewicht zu stark
Der in Krattigen wohnhafte Alexander Kämpf klassierte sich als bester Schwinger aus der Region. Drei Siege, ein Gestellter und zwei Niederlagen gegen die Gebrüder Reichmuth ergaben den zehnten Rang. Als Einziger aus dem Frutigland konnte Jan Wittwer um den Kranz schwingen. Mit Sven Schurtenberger wurde ihm wortwörtlich ein schwerer Gegner zugeteilt. Nach gutem Kampf musste der technische Leiter der Schwingersektion Aeschi das Eichenlaub seinem Gegner überlassen. Somit wurde nichts aus seinem zweiten Brünig-Kranz. Der Landwirt Remo Schärz holte sich an seinem ersten Brünig-Schwinget je zwei Siege, Gestellte und Niederlagen. Sein Bruder Fabian Schärz, welcher eine starke Saison zeigt, konnte zwar nicht um den Kranz schwingen, mit seinen zwei Siegen und drei Gestellten nahm er jedoch wertvolle Erfahrungen auf den Weg nach Mollis mit. Nach zwei gestellten Gängen im Anschwingen machte Hanspeter Luginbühl mit zwei Siegen Terrain gut. Im Ausstich waren jedoch die beiden Luzerner Joel Ambühl und Samuel Schwyzer zu stark für den 69-fachen Kranzgewinner. Nach einem guten Morgen mit zwei Siegen und einer Niederlage musste sich John Grossen am Nachmittag drei Mal den Rücken abwischen lassen. Nicht nach Wunsch lief es Ramslauenen-Sieger und Weissenstein-Kranzer Josias Wittwer.

PETER ZAHLER

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