Im Seniorenzentrum Schweizerhof herrschte am Samstag Cowboy-Stimmung. Trotz regnerischem Wetter vergnügten sich Alt und Jung beim Tanzen oder Holzrössli-Reiten. Vor dem ehemaligen Hotel satnden gesattelte Pferde bereit, am Eingang hing ein Schild mit der Aufschrift «Saloon». Klein und Gross schwirrten mit Cowboyhüten und -stiefeln herum. Drinnen liessen es sich die Bewohnerinnen und Bewohner bei Hamburgern oder Torte gut gehen. Die lüpfigen Klänge der Ländlerformation verführten rund ein Dutzend dazu, das Tanzbein zu schwingen – darunter Christian Burn. «Ich mache das als Jux, habe ich doch in meinem Leben nur alle zwanzig Jahre getanzt», gestand der Kandergrunder lachend. Draussen «ritten» kleine Cowboys und -girls auf ihren Steckenpferden durch einen Parcours. Dory Schmid hat die acht Rössli selber genäht. Als Freiwillige, die regelmässig die BewohnerInnen des Schweizerhofs besucht, kümmerte sie sich an diesem Anlass um die Kinder. Auch Hans Walter Bühler unterstützte, wo er konnte. Der frühere Arzt des Seniorenzentrums ist sonst zuständig für das Rikscha-Fahren. Laut Geschäftsführerin Irène Bircher löste eine Linedance-Aufführung zweier Lernender an einem Personalanlass die Idee zum Motto «Western Saloon Downtown Kandersteg» aus. Die SeniorInnen machten zusammen mit den Alltagsgestaltungs-, Pflege- und Küchenteams alles selber – sei es die Beschriftung der Holztafeln, das Anmalen der Büchsen für die Spiele oder das Sperren der Parkplätze. «Als mir bei letzterem ein Bewohner half, meinte er ‹Gäll, i bi hüt di Polizist›. Ich will Menschen integrieren und sie ihre Kreativität ausleben lassen», betont Irène Bircher. Die Seniorinnen und Senioren sollen sich beschäftigen können und nicht darauf warten, dass es endlich Abend werde.
TEXT UND BILDER: YVONNE BALDININI



