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Die Turnhalle ertönte im Gleichklang

Am Sonntag, 14. September 2025, fand in der Turnhalle Kandergrund der 66. Frutigtaler Amtsjodlerdorfet statt. Gastgeber dieses Jahr war der Jodlerklub Alpenrösli aus Kandergrund.

JACQUELINE RÜESCH
Alljährlich findet am zweiten Sontag im September der Frutigtaler Amtsjodlerdorfet statt. Die Jodler freuen sich darauf, Freunde und Bekannte zu treffen und vor allem Mitjodler aus dem ganzen Frutigtal. Oftmals sei es der einzige Anlass, an welchem man weitere Jodler aus der Region antreffe, erzählt Daniel Steiner, Wirt des Kander- und Alpstüblis in Kandersteg sowie Präsident des Jodlerklubs Alpenrösli Kandergrund.

Der Anlass
Der Dorfet hat unter anderem gerade diese Pflege der Kontakte zum Ziel. Man sitzt gerne zusammen, trinkt und isst etwas gemeinsam und tauscht sich über die Erlebnisse der letzten Monate aus, vor allem natürlich über die vergangenen und künftigen Anlässe, an welchen gejodelt wird.

Am Sonntag um 10.30 Uhr begann der Empfang der Jodler mit den Alphornbläsern Niesengruss und den beiden Stücken «Hoch über Interlaken» und «Im Bärgwald», begleitet von einem Fahnenschwinger aus der Region. Ab 11.00 Uhr begann dann der Apéro mit Hobelkäse, selbst gemachter Züpfe, Weisswein und einigem mehr. Um 12.30 Uhr begrüsste der Gemeindepräsident von Kandergrund, Roland Stoller, die Anwesenden und eröffnete das Konzert mit einer kleinen Ansprache.

Das Konzert
Begonnen wurden die Vorträge mit dem
Jutz «Alperöseler», komponiert von Daniel Steiner, der vom Joderlklub Alpenrösli Kandergrund, also dem Gastgeber, vorgetragen wurde. Er hat den Jutz seinen Jodlerkameraden gewidmet.

Nur ein paar Wochen vor dem Jodlerdorfet betrauerte der Jodlerklub Alpenrösli den Todesfall des langjährigen Mitgliedes Walter Willen, der im Februar anlässlich der Ehrungen des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt worden war.

Beteiligt am Konzert waren alle zwölf Jodlerklubs des Frutigtals. Die einzelnen Gruppen wurden jeweils von einem oder mehreren Kindern der Jodlergruppe Frutigland in lustig-humorvoller Weise angesagt:

• Terzett Jodelfreud – Potpourri (verschiedene Komponisten)
• Jodlerklub Frutigen – Der Oberbärgler (Adolf Stähli)
• Jodlerklub Edelweiss Reichenbach – E Hand voll Heimatärde (Hannes Fuhrer)
• Jodlerklub Adelboden – Furggijutz (Christian Gempeler)
• Jodlerquartett Steintal – Bei uns im Oberland (Tradition)
• Jodlergruppe Alpengruss Aeschiried – Standfluh-Jutz (Klaus Rubin)
• Gemischter-Chor Kandergrund – Herbschtwanderig (Tobias und Sepp Herger)
• Alphorn-Duo Frutigland – Geissenreihen (Hansjürg Sommer)
• Jungjodlergruppe Frutigland – Ds Handyfieber (H. Güller und M. Jungen, Dirigentin)
• Jodlerduett Schildbach – Aberot-Jutz (Heinz Ogi)
• Jodlergruppe Engstligtal – Jahr y, Jahr us (Mathias Zogg)
• Jodlerklub Scharnachtal und Jodlergruppe Lötschberg – Ritzgrat-Jutz (Ueli Zurbrügg)
• Jodlerklub Flüehblüemli Kiental – Bärgmorgelied (Simon Hefti)
• Bärgjodler Aeschiried – Färmelbärg-Jutz (Ueli Moor)
• Gemischte Jodlergruppe Frutigland – Alpzyt (Emil Herzog)
• Jodlerklub Kandersteg – Alpschelengrat-Jutz (Heinz Ogi) • Duett Monika Fuhrer und Brigitte Bettschen – Obedrot im Tellerli Zäuerli (Monika Fuhrer)

Das Fest, das mit etwa 300 Personen die Turnhalle Kandergrund füllte, endete etwa um 15 Uhr mit erneutem Fahnenschwingen und dem beeindruckenden Gesamtchor, mit dem den meisten Jodlern bekannten Jodellied «Bärglerfründe» von Adolf Stähli. «Es ist sehr eindrücklich, wenn die Gesamtheit aller Jodlerklubs des Frutigtales zusammen in einem Chor erklingt», meint der Organisator Daniel Steiner.

Er selbst jodelt, seit er 17 Jahre alt ist, seit dann ist er auch Teil des Jodlerklubs, also etwa seit 48 Jahren. Angefangen mit Jodeln hat er vor allem wegen seinem Vater und schon in seiner Kindheit sei zu Hause mit den Eltern viel gesungen worden. Nach sogar 57 Jahren als Dirigent des Jodlerklubs Alpenrösli Kandergrund gibt Willy Heger den Dirigentenstab ab. Die neue Dirigentin wird ab November 2025 Ursula Ming Reber.

Jacqueline Rüesch
Jacqueline Rüesch
Jacqueline Rüesch hat schon als Kind in der Welt der Geschichten gelebt, entweder den gelesenen, den selbst erfundenen oder den erträumten. Eine Idee war es sogar, ein eigenes Comic-Heft herauszugeben, aber an der wirtschaftlichen Denkweise mangelte es ihr dann doch, im zarten Alter der Grundschule. Sie verbrachte viele Stunden mit Lesen und mit verträumten Spaziergängen mit ihrem Hund, weshalb es auch ihr Traum war, Germanistik zu studieren. Das Lesen und die verträumten Spaziergänge mit Hund hat sie beibehalten als Folge oder aufgrund dessen, dass sie ihren Traum, sich gemäss ihrer Leidenschaft ausbilden zu lassen, erfüllt hat und sich nach dem Studium in Richtung Editionswissenschaft und Textkritik weiterbildete, selbstverständlich um Texte herausgeben zu können, aber vor allem auch um zu schreiben.

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