Farben prägen das Berufs- und Privatleben des Kandersteger Kunstmalers Dölf Egger. Seine Bilder ziehen Betrachterinnen und Betrachter in ihren Bann und zeigen stimmungsvolle Berglandschaften im und ausserhalb des Frutiglands. Wie er, hat auch sein Bruder Christian das Talent zum Kunstmalen vom Vater Adolf Egger selig geerbt. Ausgewählte Werke von Adolf, Dölf und Christian sind derzeit unter dem Titel «3 x Egger» in Kandersteg zu sehen.
GERHARD KAPPHAHN
Der «Frutigländer» traf Ende Oktober den Kunstmaler Dölf Egger in seinem Atelier in Kandersteg. Es war ein herzlicher Empfang: An seiner Faserpelzjacke haften Farbkleckse, in der rechten Hand hält er einen Pinsel. Wir stehen in seinem Kreativraum – viel Tageslicht, der typische Geruch von Farben, Leinwand und Papier.
«Das Gespür für Farben und Maltechniken liegt mir im Blut. Ich habe bereits im Kindesalter mit Pinsel und Leinwand hantiert. So ist 1965 mein erstes Bild vom Matterhorn entstanden», erzählt Dölf Egger. Sein Vater Adolf malte zum Vergnügen und Ausgleich. Der kleine Dölf wie auch seine Brüder Christian und Ueli schauten ihm dabei über die Schulter.
Das Maltalent wurde allen Drei faktisch in die Wiege gelegt. «Jeder von uns entwickelte mit der Zeit aber seinen persönlichen Stil. Vater hat uns immer freie Hand gelassen», präzisiert Dölf Egger.
Eine kreative Verbindung
Als Malermeister mit eigenem Betrieb kennt Dölf Egger die Herausforderungen des Geschäfts- und Berufslebens. Der Termindruck liess seine Freizeit bisweilen stark schrumpfen. Dabei unterstützte ihn seine Frau Therese in administrativen Belangen.
Als Ausgleich zum Beruf suchen viele Menschen Entspannung in Hobbys – nicht so Dölf Egger. «Kunstmalen ist für mich wie Sport. Ich befinde mich dabei in einer anderen Welt. Mein Atelier ist ein Ort der Ruhe und Entspannung – ganz ohne Zeitdruck», sagt er. Seine Bilder unterstreichen diese Aussage: Die Werke strahlen Ruhe aus, Betrachterinnen und Betrachter bleiben mit ihrem Blick haften, die gemalten Berge erscheinen in einem besonderen Licht.
Malermeister und Kunstmaler Egger verstand es stets, seine beiden Farbwelten kreativ zu verbinden und gegenseitig voneinander inspirieren zu lassen – etwa bei Wandbildern in einem Kandersteger Tea-Room.
Von Öl zu Acryl
In seinen Anfängen arbeitete Dölf Egger häufig mit Ölfarben. «Nichts für Ungeduldige – Ölfarben benötigen zum Trocknen viel Zeit und die Arbeitsschritte können nur nacheinander erfolgen», erklärt er. So wechselte er zu Acrylfarben, die ein spontanes Arbeiten erlauben. «Mein Malfluss wird nicht unterbrochen, ich bin freier auf der Leinwand unterwegs. Das entspricht meiner Kreativität», sagt Egger schmunzelnd.
Der Kunstmaler Dölf Egger bezeichnet sich selbst als sensiblen Menschen. «Für Naturwissenschaften und Erdgeschichte habe ich ein besonderes Faible und halte mich viel in der freien Natur auf», sagt er. Seine Sujets entstehen im Kopf beim stillen Beobachten – dabei schwingt viel Feinstoffliches mit. «Eine mögliche Komposition für die Leinwand halte ich fotografisch fest. Diese Aufnahme dient mir später im Atelier als Vorlage. Und wenn es nicht passt, übermale ich alles wieder – was habe ich dabei zu verlieren?», sinniert Egger. Rund 120 Bilder sind bislang entstanden.
«Kunst gehört an die Wand und nicht in eine Abstellkammer im Atelier», meint er überzeugt. So stellt er gemeinsam mit seinem Bruder Christian aus – etwa regelmässig auch an der jährlichen Volkskunstausstellung in Reichenbach.
Die Maltechnik seines Bruders Christian zeigt einen anderen Stil, greift aber ebenfalls auf die Naturverbundenheit zurück. Die Werke der Brüder Dölf und Christian Egger ergänzen sich ideal und zeigen die Schönheit der Berge aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Aktuell sind 29 ihrer Bilder im «Seiler’s Vintage Hotel» in Kandersteg zu sehen – oder permanent im Atelier Egger. Das Schaffen der drei Kandersteger Kunstmaler Adolf, Dölf und Christian Egger ist in den Räumlichkeiten des «Seiler’s vintage Hotel», Äussere Dorfstrasse 99 in Kandersteg, noch bis zum 21. November 2025 zu sehen.
Die Finissage findet am 21. November 2025 um 17 Uhr statt. Interessierte Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich dafür im «Seiler’s Vintage Hotel» anzumelden: Telefonisch unter 033 675 84 84 oder per E-Mail unter info@seilers-vintage-hotel.ch



