Es berührt immer wieder, wenn in alten Urkunden ersichtlich wird, wie die Vorfahren gemeinsam nach Lösungen suchten. Die Geschichte der Rybrügg in Frutigen zeigt, wie das Tal über Jahrhunderte festlegte, wer Verantwortung trägt und wie sich diese Verantwortung mit den Wegen, Bedürfnissen und Zeiten veränderte.
Hans Egli
Im Jahr 1672 legte das Gericht in Frutigen unter dem Vorsitz des damaligen Kastlans Samuel Rodt fest, wer für den Unterhalt der Rybrügg zuständig war. Unterhalten hiess, Beschädigungen zu reparieren oder nötigenfalls für einen Neubau zu sorgen. Eine frühere Verordnung zur Rybrügg war verloren gegangen, weshalb die beiden Brückenvögte Melchior Gempeler und Hans Müller beantragten, eine neue Urkunde zu erlassen. Für die Bezeugung der althergebrachten Regelung luden die Brückenvögte einige erfahrene Männer vor. «Melchior Rychen der Kleinweibel zeuget und redt dass von alterem her und jetzunder alle so in der usseren und inneren Rüttini Gemeindt Häuser und Gütter bewohnend die Rybrüggen erhalten und darin weiter zu hälfen verbunden syendt».



