«Anzeiger»: Was wir heute zunächst mit amtlichen Mitteilungen verbinden, war ursprünglich einfach ein anderes Wort für «Zeitung». Daran erinnert etwa der 1893 gegründete, noch heute bestehende Zürcher «Tages-Anzeiger». Auch der 1891 ins Leben gerufene «Anzeiger von Saanen» war und ist nicht primär für behördliche Verlautbarungen gedacht.
«Anzeiger» als Mittel für die obrigkeitliche Kommunikation entstanden hierzulande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Drucken statt ausrufen
Zwar orientierte im Kanton Bern das kantonale «Amtsblatt» schon ab 1832 über das Wichtigste: Das Gesetz über das Gemeindewesen von 1852 schrieb immerhin vor, Gemeindeversammlungen seien im Amtsblatt anzukündigen. Doch für weitere lokale Belange waren es noch sogenannte «Ausrufer», die zu bestimmten Zeiten amtliche Bekanntmachungen aller Art vermittelten – von der Kirchenkanzel, aber auch an anderer prominenter Stelle in Dörfern und Städten. Diese mündliche Information hatte zwei offensichtliche Nachteile: Sie wurde nur von Leuten wahrgenommen, die gerade zugegen waren, und es fehlte ihr die Verbindlichkeit des Schriftlichen.



