VERKEHR An der Mitgliederversammlung RVK 5 galt das Interesse der Anwesenden nicht nur dem Jahresbericht und der Jahresrechnung. In einem interessanten Referat erhielten sie Einblick in die vielschichtige Planung sogenannter Ersatzverkehre.
42 Anwesende waren der Einladung zur Mitgliederversammlung RVK 5, auch bekannt als Regionale Verkehrskonferenz Oberland-West, gefolgt. Begrüsst wurden sie von Jolanda Brunner, mit einer Ankündigung: «Wir möchten ein Thema näherbringen, das nicht so bekannt ist», nahm die Präsidentin der RVK 5 Traktandum Nummer 6 vorneweg.
Zunächst galt die Aufmerksamkeit der zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Kanton und Transportunternehmungen dem Jahresbericht und der Jahresrechnung 2024. Anschaulich zeigte Emanuel Buchs wichtige Aktivitäten der jüngeren Vergangenheit auf. Sie zielten insbesondere auf die Verbesserung des Angebotes im Öffentlichen Verkehr. Dass ein Ausbau des ÖV nicht von einem Tag auf den anderen geschieht, wurde rasch klar: Der RVK-5-Geschäftsführer sprach von Studien und Versuchsbetrieben.
Nicht jede Idee erwies sich am Ende als umsetzbar. So zeigte die Pilotstudie zu «Mobility on Demand» – einem Transportangebot ohne festen Fahrplan – für den Prüfraum im Obersimmental, dass dieses zu teuer wäre. Beim Ausblick aufs Jahresprogramm 2026 erwähnte Emanuel Buchs auch die ÖV-Vision 2050. «Wir hätten gerne ein Gesamtzielbild», erklärte er. So bestehen etwa Abhängigkeiten in Bezug auf einen allfälligen verdichteten Fahrplan zwischen Spiez und Bern. Falls künftig mehr Züge fahren, wirkt sich dies ebenfalls auf den regionalen Busverkehr aus.
Komplexer Bahnersatz und Fahrplanänderungen
Klarheit herrschte auch in Sachen Finanzen. Zwar resultierte ein Verlust von rund 26 000 Franken. Dennoch bezeichnete der Geschäftsführer die Vermögenslage der RVK 5 als «sehr solide». Die formellen Traktanden, einschliesslich Jahresbericht und Jahresrechnung 2024, wurden einstimmig genehmigt.
Danach sprachen Vertreter der BLS unter Traktandum Nummer 6 zum Thema «Ersatzverkehr – planbare und unplanbare Ereignisse». Was auch als Bahnersatz bekannt ist, basiert auf umfangreicher Planung. Wie Tobias Schoch, Leiter Planung Betrieb, aufzeigte, bestehen standardisierte Konzepte pro Strecke. Diese bieten den Kundinnen und Kunden des ÖV unter anderem den Vorteil, dass die Haltestellen für die Ersatzbusse immer dieselben sind. Die Erarbeitung und Umsetzung dieser Konzepte sind vielschichtig. Sie umfasst etwa auch örtliche Begehungen, um die Eignung von Haltestelle und Bus zu prüfen. Während sich bei Baustellen der Ersatzverkehr mit genügend Vorlauf planen lässt, ist dies bei plötzlich auftretenden Ereignissen – etwa Streckenunterbrüchen nach Unwettern – nicht möglich.
Wie Martin Wyss erklärte, kann für Kommunikation und Haltestellen zwar auf standardisierte Konzepte zurückgegriffen werden. Doch Unwägbarkeiten, wie blockierte Strassen, erfordern einen Plan B. Mit einem eindrücklichen Praxisbeispiel illustrierte der Leiter der Betriebszentrale, dass in solchen Fällen gestrandete Passagiere auch per Schiff befördert werden. Denn ein Ziel gilt immer: «Es kommen alle nach Hause», so Martin Wyss. Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurden die wichtigsten Anpassungen zum Fahrplan 2026 kommuniziert: So werden ausgewählte Kurse nach Aeschi neu über Hondrich statt über Emdthal geführt.



