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Die Alpwirtschaft gezielt stärken

LANDWIRTSCHAFT Mit der Gründung des Vereins «Lebendige Alpsaison» ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Unesco-Anerkennung getan. Der Verein übernimmt die Koordination rund um den Eintrag der Alpsaison in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes. Ziel ist es, sich gemeinsam für eine dynamische und resiliente Alpwirtschaft einzusetzen.

Der positive Elan an der Gründungsversammlung war deutlich spürbar. Die internationale Auszeichnung sei von allen Beteiligten als grosse Chance für die Alp­wirtschaft verstanden worden. Das erklärt der Verein in einer Mitteilung. Für die Öffentlichkeit fungiert dieser künftig als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Unesco-Anerkennung. In einem ersten Schritt wird dazu ein eigener Internetauftritt aufgebaut. Darüber hinaus begleitet der Verein Umsetzungsprojekte oder initiiert diese selbst. Verbindliche Strukturen sind zudem Voraussetzung dafür, dass der Bund Fördergelder sprechen kann.

Alpwirtschaft im Dialog stärken

Alle Akteurinnen und Akteure der Alpwirtschaft sollen aktiv in die Umsetzung eingebunden werden, um die Alpwirtschaft gemeinsam weiterzuentwickeln. Entsprechend breit abgestützt sind die Vereinsorgane: Vertreten sind Organisationen aus Tourismus, Naturpärken, Landwirtschaft, Museen, Forschung und Beratung. Zum Präsidenten wurde Peter Küchler gewählt, ehemaliger Leiter des Landwirtschaftszentrums Plantahof (GR). Die Geschäftsstelle wird im Mandat vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) geführt. Damit sei sichergestellt, dass die Älplerinnen und Älpler im Verein das nötige Gewicht erhalten.

Das Bundesamt für Kultur sowie die überwiegende Mehrheit der alpwirtschaftlich geprägten Kantone haben dem Verein bereits ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Nun liegt es am Vorstand, weitere Mitglieder zu gewinnen und dem Verein zusätzliche Breite und Bedeutung zu verleihen.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

An der Versammlung wurden die Ziele des Vereins diskutiert und verabschiedet. Ein zentrales Anliegen ist die Kommunikation der vielfältigen Leistungen der Alpwirtschaft gegenüber der Öffentlichkeit. Moritz Schwery, Vorstandsmitglied des SAV, brachte es auf den Punkt: «Wenn es uns gelingt zu vermitteln, wie wichtig die Alpwirtschaft für Biodiversität oder Tourismus ist, werden Konsumentinnen und Konsumenten auch bereit sein, für Alpprodukte mehr zu bezahlen.» Der Verein will zudem neue Akzente setzen, um aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel oder den Mangel an Alppersonal gemeinsam anzugehen.

PD

 

Eine Tradition mit langer Geschichte

Im Dezember 2023 wurde die Alpsaison als eine von nur sieben Schweizer Traditionen in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen. Damit wird der hohe soziale, kulturelle und wirtschaftliche Stellenwert der Alpsaison für die Schweiz unterstrichen. Die Praxis, Vieh während der Sommermonate auf höher gelegene Weiden zu treiben und so zusätzliche Futterflächen zu nutzen, ist seit dem
Mittelalter belegt. Durch
die standortangepasste Beweidung entstand eine einzigartige Kulturlandschaft in den Alpen und im Jura. Auch handwerkliches Wissen sowie zahlreiche Bräuche sind eng mit der Alpsaison verbunden. pd

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