StartNewsGesundheitEine Stunde mehr Schlaf und ein gutes soziales Umfeld

Eine Stunde mehr Schlaf und ein gutes soziales Umfeld

Psychische Gesundheit beginnt im Alltag. Beim Themenabend «Psychische Krankheiten, Hilfe und Behandlungsmöglichkeiten» in Frutigen wurde spürbar, wie entscheidend Schlaf, Beziehungen und menschliche Wärme für unser seelisches Gleichgewicht sind.

Ruth Stettler

Mit einer Anzeige des Kirchgemeinderats Frutigen aus dem Jahr 1923, welche in der «Frutigländer»-Rubrik «Aktuell vor 100 Jahren» erschienen ist, eröffnete Pfarrer Christian Gantenbein den Abend. «Kinder sollten bei Dunkelheit nicht mehr draussen spielen», war eine Empfehlung zur psychischen Gesundheit in den dunkleren Monaten. Referent Dr. med. Thomas Ihde, Chefarzt Psychiatrie der Spitäler fmi AG, fesselte über 100 Personen mit seinem Wissen und seiner Erfahrung im Kirchgemeindehaus Frutigen.

Laut einer aktuellen Studie hatten 93 Prozent der Schweizer Bevölkerung schon einmal psychische Probleme. Die Ursache dafür beruht jeweils auf mehreren Komponenten, zum Beispiel beruflichen und privaten. Nicht selten gerät unsere Psyche bei einer Veränderung ins Schwanken. Ein beruflicher Aufstieg kann bedeuten, dass man die Arbeit, die man besonders gut verrichten konnte, durch andere Aufgaben ersetzt und dabei Freude und Bestärkung auf der Strecke bleiben. Es wird etwas wichtig, was einem nicht mehr so gut gelingt.

Als Ihde vor 18 Jahren seine Arbeit im Berner Oberland aufnahm, waren im Einzugsgebiet 13 Angestellte tätig. Mittlerweile sind es 180. Die Wartezeit für eine psychiatrische Beratung liegt derzeit bei zwei Monaten. Es fehlen viele Fachkräfte.

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