StartGemeindenAdelbodenDer Turnverein Adelboden: Rundum fit und «bi de Lüt»

Der Turnverein Adelboden: Rundum fit und «bi de Lüt»

Zeitnah zum Bau des «neuen» Gemeindehauses Adelboden mit der integrierten Turnhalle wurde auch der Damenturnverein gegründet. So lautete im Spätherbst 1973 ein gängiger Gruss unter dem weiblichen Geschlecht nach Turntagen: «Hesch o Muskelkater?» Weil das Engagement der Turnerinnen jedoch so gross war und man wacker die Turnstunden besuchte, war es um die Fitness bald viel besser bestellt. Der Sportsgeist hält an; heute ist der Verein mit 160 Mitgliedern einer der grössten in Adelboden.

Von den vier langjährigen Turnerinnen Hedy Burn, Hanni Inniger, Bebby Schranz und Andrea Allenbach durfte der «Frutigländer» viel über die Vereinsgeschichte erfahren. So zum Beispiel, dass zwei Skeptiker zur Geburtsstunde des Vereins den Jahresbeitrag unter dem Vorwand, dass es ihn sowieso nicht lange gibt, einbezahlt hätten.

Wie Mitgründerin Ursina Germann sind auch andere turnwillige Frauen vor der Gründung des Damenturnvereins nach Frutigen zum Turnen gereist. Weil aus der Saisonstelle dann mehr wurde (zwei Jahre später war sie in Adelboden verheiratet), leitete sie alles in die Wege, um einen «eigenen» Damenturnverein zu gründen. «Für die Gründungsversammlung am 29. Juni 1973 im Hotel Kreuz hatte ich eine Präsenzliste bis 25 nummeriert und dachte, das wäre schon mal ein Anfang. Zu meiner Überraschung sind jedoch über 100 Frauen erschienen», so die Rentnerin. Der Gründung stand nichts mehr im Wege, und es wurde ein Vorstand gewählt. Ursina Germann selber stellte sich als Leiterin zur Verfügung.

Erfolgreiche Korbballspielerinnen

Sorgfältig bewahrt Archivarin Andrea Allenbach die Fotoalben, die sauber geführten Kassenbücher, die Jahresheftchen mit Berichten der Präsidentinnen und die Beiträge aus jeder Gruppe auf. Jungleiterinnen betreuen seit kurzer Zeit den Instagram-Account @tvadelboden mit News aus dem Turnverein.

Ein ganzes Album ist der Korbballgruppe gewidmet. Aus dem Damenturnverein hatten sich nämlich einige Frauen auf die damalige Trendsportart Korbball spezialisiert. Gefürchtete Spielerin war die ehemalige Skirennfahrerin Annerösli Zryd. «Mit ihren grossen Pranken konnte sie den Ball einhändig annehmen», wissen ihre ehemaligen Mitspielerinnen mit einem Augenzwinkern zu berichten. Bereits 1975 wurden die Adelbodnerinnen Schweizermeister. Nach zwei weiteren Siegen in den Folgejahren gehörte der Pokal ihnen. Einige reisten für ein Länderspiel sogar nach Holland. Ob wegen der anderen Regeln, der höheren Körbe, des grösseren Spielfelds oder doch, weil das Stossen des Kleinbusses auf der Autobahn zu kräftezehrend war oder am flotten Tisch im Innern des Busses zu lange gejasst wurde, blieb ihnen Holland als ein unvergessliches Erlebnis, jedoch ohne sportlichen Erfolg, in bester Erinnerung.

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