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Mundart und Zwischentöne im Bad Heustrich

Mit feinem Humor und viel Gespür für Zwischentöne war Irene Graf erstmals zu Gast im Bad Heustrich. Die Berner Autorin präsentierte Auszüge aus ihrem Buch «säg säuber!». Zwischen Zuhörenden und Autorin entstand rasch eine vertraute Atmosphäre. Jene besondere Verbindung, die entsteht, wenn eine Lesung mehr ist als ein blosses Vortragen von Texten.

Zu Beginn nahm Graf das Publikum mit auf eine gedankliche Reise zum Titel ihres Buches. «Säg säuber!», eine Redewendung, die auf den ersten Blick zur eigenen Meinung auffordert, im Alltag jedoch häufig Zustimmung erwartet. Für Graf steckt darin ein augenzwinkernder Kommentar zu sprachlichen Gewohnheiten. Schreiben bedeute für sie, sich mit der eigenen Wahrheit auseinanderzusetzen und eine innere Haltung zu finden, auch wenn Wahrheiten wandelbar seien.

Der Titel sei deshalb bewusst mehrdeutig gewählt, spielerisch und zugleich nachdenklich stimmend beziehungsweise berührend. Einen besonders stillen Moment schuf die Erzählung «Eifach ds Zähni», ebenfalls Teil des Buches. Darin widmet sich Graf ihren Schwiegereltern und zeichnet ein liebevolles Porträt zweier Menschen, die sie nachhaltig geprägt haben. Während der Lesung wurde es im Raum spürbar ruhig – ein Zeichen dafür, wie unmittelbar ihre Worte wirken. Auch ihre Verbundenheit zur Mundart kam zur Sprache. Geschriebene Mundart, erklärte sie, gleiche Musik: Sie transportiere Gefühle unmittelbarer, weil sie nah an der gesprochenen Sprache bleibe.

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