Ehrlichkeit gehört zu den wichtigsten Grundlagen einer Demokratie. Sie bedeutet mehr, als einfach nicht zu lügen. Ehrlichkeit heisst, transparent zu handeln, Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen und der Bevölkerung nichts zu versprechen, was man später nicht einlösen kann. Politik lebt vom Vertrauen – und Vertrauen entsteht nur dort, wo Worte und Taten zusammenpassen.
International zeigt sich jedoch, wie schnell dieses Prinzip unter Druck gerät. In den USA etwa hat sich der politische Stil stark verändert. Aber auch in Südkorea oder in Teilen Europas. Aufmerksamkeit zählt häufig mehr als Genauigkeit. Aussagen werden zugespitzt, Gegner diskreditiert, komplexe Zusammenhänge stark vereinfacht.
Im Vergleich dazu können wir uns in der Schweiz durchaus glücklich schätzen. Die direkte Demokratie zwingt Politikerinnen und Politiker regelmässig dazu, ihre Positionen vor der Bevölkerung zu erklären und Abstimmungen zu bestehen. Entscheidungen können korrigiert werden, Kampagnen werden öffentlich geführt, Argumente müssen überzeugen.



