StartNewsTourismusNach dem Unfall in Engelberg: Blick auf die Engstligenalp

Nach dem Unfall in Engelberg: Blick auf die Engstligenalp

Das Seilbahnunglück in Engelberg lenkt die Aufmerksamkeit auf die Windverhältnisse. Am selben Tag zeigte sich auch auf der Engstligenalp, wie rasch Böen zunehmen können, und wie die Seilbahn darauf reagiert.

Dass am 18. März in Engelberg ein Mensch durch eine abgestürzte Seilbahngondel ums Leben kam, ist nach Meinung von Fachleuten ein «sehr seltenes Ereignis» und, wie man inzwischen vermutet, dem starken Wind geschuldet.

Auch in Teilen des Berner Oberlands herrschte an diesem Tag eine aussergewöhnliche Wetterlage mit starken Windböen.

Die allgemeine Lage und die Bergbahnen

Die allgemeine Lage hatte Meteo Schweiz noch am selben Tag so beschrieben, dass durch ein Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebiet über der Schweiz eine starke Bisenlage entstehe. Dies bringe allein durch die Druckdifferenz auf relativ engem Raum hohe Windgeschwindigkeiten mit sich, die in Böen bis auf 60 km/h anwachsen könnten. Das war noch am Morgen des 18. März zu lesen. Im Laufe des Tages wurden die Meldungen von Meteo Schweiz leicht nach oben korrigiert. Dies wurde auch von den Wetter-Apps übernommen. Nun war am Vormittag von Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h in Böen die Rede, allerdings nur in wenigen Lagen.

Je nach Bauart einer Seilbahn sind dies die oberen Abschaltgeschwindigkeiten der Bahnen, um Unfälle zu vermeiden.

Dies ist von Bahn zu Bahn unterschiedlich. Es hängt beispielsweise von der Gondelgrösse und der konkreten Bauart ab, ebenso von der Anzahl und Konstruktion der Stützen, über die Zug- und Tragseile laufen.

Bergbahnen Engstligenalp sind vorbereitet

Auf die Seilbahn an der Engstligenalp hatte das Ereignis in Engelberg nur wenig direkten Einfluss, gerade weil der Wind nach Auskunft der Bergbahnen Engstligen AG an jeder Stütze sowie an der Bergstation gemessen wird.

Der nur mässige Einfluss des Ereignisses vom 18. März ist auch auf die Geländegestalt zurückzuführen: Weil der Wind kurz vor der Bergstation durch die Topografie nach oben abgelenkt wird und in die Höhe bläst, wurde die Seilbahn nicht stark durchgeschaukelt. Nur während weniger Höhenmeter sei bei der Talfahrt um die Mittagszeit ein gewisses Schaukeln spürbar gewesen.

Michael Spielmann, technischer Leiter der Bergbahnen Engstligenalp AG, und Geschäftsführer Pascal Schär erläuterten nach dem Ereignis, welche Massnahmen die Bergbahn in solchen Fällen ergreift:

Solche Wetterlagen seien in der Regel bereits an den Vorabenden der «Gefahrentage» im Grundsatz vorhersehbar. Michael Spielmann sagt: «Wir besprechen dann die allgemeine Lage und unsere konkreten Massnahmen am Folgetag. Dann setzen wir das um und überprüfen laufend die Situation. Wenn nötig, unterbrechen wir den Betrieb für eine halbe Stunde oder länger. Grundsätzlich wollen wir unsere Fahrgäste aber befördern und keine «Ein-Weg-Billette» verkaufen.»

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