StartNewsLandwirtschaft«Wer aufhört, besser zu werden, hat schon lange aufgehört, gut zu sein»

«Wer aufhört, besser zu werden, hat schon lange aufgehört, gut zu sein»

Die Leiterin der Alpkäserei am Inforama Berner Oberland, Maike Oestreich, hat an einem gut besuchten Anlass für Älplerinnen und Älpler in Thun aufgezeigt, wie eine starke Routine, Gewohnheit und kleine Nachlässigkeiten die Käsequalität und die Sicherheit im Betrieb beeinflussen können. Ihr Vortrag verband Fachwissen, praktische Beispiele und humorvolle Selbstreflexion und traf damit den Nerv des Publikums.

Ein Thema, das alle betrifft: Betriebsblindheit. Oestreich machte gleich zu Beginn klar, dass Betriebsblindheit kein individuelles Versagen, sondern ein menschliches Phänomen ist. Wer täglich dieselben Abläufe ausführt, verliert leicht den Blick für Details. «Wer aufhört, besser zu werden, hat schon lange aufgehört, gut zu sein», zitierte sie und zeigte, wie sich kleine Fehler schleichend einschleichen – etwa bei der Temperaturführung, der Mitteldosierung oder der Reinigung von Schläuchen und Geräten.

Mit einem persönlichen Beispiel aus der eigenen Käserei illustrierte sie, wie schnell man selbst in Routinen feststeckt: Eine neue Pumpe führte dazu, dass Wasser im Innern stehen blieb, ein Risiko, das sie erst spät bemerkte. «Scham ist hier fehl am Platz. Wichtig ist, dass wir etwas ändern, sobald wir es merken», betonte sie.

Kleine Ursachen, grosse Wirkung

Anhand einiger Beispiele aus der Beratungspraxis zeigte Oestreich, wie unscheinbare Details die Qualität eines ganzen Alpsommers beeinflussen: Die Bruchkorngrösse verändert sich oft unbemerkt über die Jahre. Ein Abgleich mit Kolleginnen und Kollegen kann hier wertvoll sein. Bei der Reinigung und Hygiene kann ein anderer «Schwung» mit der Bürste Ecken erreichen, die seit Monaten übersehen wurden.

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