Die Wahl des Berner Kantonsparlaments wird seit Sonntag des Öfteren als Rechtsrutsch betitelt. Die SVP gilt als klare Siegerin und hat sieben Sitze dazugewonnen. Es sei kein Rechtsrutsch, sondern eine Verschiebung innerhalb des bürgerlichen Lagers, sagt Politologe Marc Bühlmann von année politique suisse der Universität Bern.
Rachel Honegger
Für den Regierungsrat ist die SVP mit einem Dreierticket angetreten und wollte so die Machtverhältnisse innerhalb der Regierung verschieben. Lange Zeit war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Daniel Bichsel von der SVP und Reto Müller von der SP. Schliesslich konnte sich Letzterer gegen Bichsel durchsetzen. Nichtsdestotrotz sei diese Strategie, für den Regierungsrat im grossen Stil anzugreifen, für die SVP aufgegangen, ordnet Politologe Marc Bühlmann ein. «Es sieht danach aus, dass die SVP genau damit ihre Wählerschaft stärker mobilisieren konnte als auch schon. Alle wussten: Es geht um viel. Für einen zusätzlichen Sitz im Regierungsrat hat diese Mobilisierung knapp nicht gereicht, dafür hat es bei den Grossratswahlen geholfen.»



