Unkraut oder Superkraft? Wenn sich Wildkräuter im Garten unters Gemüse mischen, dann wird es kreativ, bunt, und man denkt das Gärtnern neu. Ein Besuch beim Permakulturprojekt mit Anja Röösli auf dem Naturhof im Kiental.
Martina Kallenberg
Gelb leuchten die saftigen Wiesen an den Hängen und in der Talsohle des Frutiglandes. In den Gärten spriesst und wächst es, auch wenn noch nichts gesetzt und angesät wurde. Oft ist ein erster Schritt, die Beete von ungebetenen Pflanzensprossen und Kräutlein, die sich zu weit vorgewagt haben, zu befreien.
Doch weit hinten im Kiental sind gerade diese oft ungebetenen Pflanzengäste sehr willkommen. «Brennnessel ist sowieso etwas vom Besten», sagt Anja Röösli vom Permakulturprojekt auf dem Naturhof Kiental. Im strahlenden Sonnenlicht strecken sie, oft noch verhalten, ihre ersten dunkelgrün spitzenden Triebe ins Licht – ob in Blumentöpfen, um Bäume oder auf den Feldern.
Wildpflanzen haben klare Vorteile
«Wir verwenden sie für Tee, Salate, Salz und als Dünger. Den Boden lockert die Brennnessel mit ihrem feinen Wurzelwerk auf», so Röösli, die den Überblick über Menschen, Pflanzen und Tiere in diesem Projekt hat. «Wildpflanzen haben mehr Vitamine und Mineralstoffe als Kulturgemüse.»
Hier im Permakulturprojekt gedeihen Gemüse, Kräuter, Schnittblumen, Beerensträucher, Fruchtbäume – und gar ein Esel. Auch was freiwillig wächst wird erst einmal willkommen geheissen. Löwenzahn, Schafgarbe und Gundermann haben ihren Platz nicht nur auf der Fläche, sondern auch im Wildsalatangebot, etwa beim Kientalerhof, der eng mit dem Naturhof zusammenarbeitet.



