Auf den Herbst 2026 hätte im Kanton Bern eine revidierte Jagdverordnung in Kraft treten sollen. Doch einige der in kurzer Frist umzusetzenden Veränderungen stiessen bei der Jägerschaft auf Unverständnis. Dem sich auf breiter Ebene formierenden Widerstand hat sich auch der Jägerverein Kandertal angeschlossen.
An der Delegiertenversammlung des Berner Jägerverbandes in Grindelwald war auch der Jägerverein Kandertal vertreten. Dessen Präsident Alex Wäfler (50) aus Frutigen hält dazu gegenüber dem «Frutigländer» fest: «Der Verband umfasst 29 Sektionen, die mit je einer Stimme pro 50 Mitglieder teilnehmen können. Dementsprechend war unser gut 190 Mitglieder zählender Verein mit drei Stimmberechtigten präsent.»
Trotz der grossen, vorgängig laut gewordenen Kritik an der geplanten Jagdverordnungsrevision sei die Versammlung absolut gesittet und sachlich abgelaufen, berichtet Wäfler. «Der zuständige Regierungsrat Christoph Ammann war anwesend. Er hielt sein Plädoyer, verdankte die Voten der Anwesenden und gab bekannt, dass der Prozess erheblich verlangsamt würde, die Änderungen in der Jagdverordnung teilweise neu überdacht und dann frühestens 2027 in Kraft gesetzt werden.»
Das Vorgehen harsch kritisiert
Die Kritik hatte sich vorgängig gegen diverse Vorschläge der kantonalen Jagdinspektorin Nicole Imesch gerichtet. Im Zentrum stand dabei die rasch umzusetzende Neuorganisation der Jagdzeiten durch die Einführung der Intervalljagd. Statt im Herbst über mehrere Monate verteilt zu jagen, sollten künftig kurze, intensive Jagdblöcke mit längeren Pausen realisiert werden. Die Kritik richtete sich Anfang Jahr zunehmend auch gegen den Verbandspräsidenten, Nationalrat Lorenz Hess (Die Mitte). Dazu erklärt Alex Wäfler: «Bei Dingen dieser Art besteht oft die Gefahr, dass es plötzlich nicht mehr um die Sache an sich geht, sondern um Köpfe – und dann wird ‹dräckelet›. Das ist alles andere als dienlich.»



