Ein neuer Schädling sorgt in Spiez für Unruhe, Nischenplätze an der Oberlandstrasse werden umgestaltet, und mehrere mögliche Ziele des Gemeinderates stehen zur Diskussion. Die Sitzung des Spiezer Grossen Gemeinderates vom Montagabend zeigte, wie vielfältig die Themen sind, mit denen sich die Gemeinde aktuell auseinandersetzen muss.
Zu Beginn der Sitzung vom 27. April wurde bedauert, dass bei den Grossratswahlen keine Kandidatinnen oder Kandidaten aus Spiez gewählt wurden. Als grösste Gemeinde im Berner Oberland hätte Spiez eine stärkere Vertretung verdient, hielt Sitzungsleiter Simon Schneeberger fest. Die Hoffnung richtet sich nun auf die nächsten Wahlen in vier Jahren.
Japankäfer sorgt für grosse Aufmerksamkeit
Das Traktandum zum Japankäfer wurde dann gleich auf den Beginn der Sitzung vorgezogen – ein deutliches Zeichen für die Dringlichkeit. Gastreferentin Sandra Racine machte klar, dass in Spiez bereits Befallsherde gefunden wurden, und zeigte auf, welche Auswirkungen dies auch für die Region haben kann.
Der Japankäfer gehört zu den gefährlichsten sogenannten Quarantäne-Schädlingen. Er frisst Blüten, Blätter und Früchte von über 400 Pflanzenarten. Besonders betroffen, und somit sehr bedauerlich für Spiez, sei die Weinrebe. Doch nicht nur der Wein, auch die Obsternte könne durch den Befall des Käfers hohe Verluste erleiden, so die Referentin. Die Larven, also die Engerlinge, leben im Boden und schädigen die Wurzeln von Gräsern, so dass Wiesen und Rasenflächen absterben und braun werden. «Ohne Gegenmassnahmen können die Schäden immens werden», machte die Referentin deutlich. Befallene Pflanzen werden im Extremfall bis auf das Gerippe kahlgefressen.



