Nach der kürzlich beschlossenen Abschaffung des Eigenmietwerts bleiben Fragen offen. Wohneigentümer stehen auch im Kander- und Engstligetal vor wichtigen Entscheidungen.
Während mehr als 90 Jahren haben Eigenheimbesitzer den Eigenmietwert versteuert. Mit der im letzten September an der Urne beschlossenen Abschaffung endet diese umstrittene Praxis. Gleichzeitig fallen steuerliche Abzüge weg. Damit stellt sich etwa bei Sanierungen die Frage nach der richtigen Strategie.
Künftig mehr Steuergerechtigkeit
57,7 Prozent der Stimmenden sagten Ja zur Abschaffung der Mehrwertsteuer. «Das deutliche Ja von Volk und Ständen zur Abschaffung des Eigenmietwerts ist erfreulich», sagt Grossrat Patrick Freudiger. Der Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands Kanton Bern weist darauf hin, dass die 1934 im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise eingeführte «Krisensteuer» über Jahrzehnte hinweg immer wieder für Diskussionen geführt habe. So mussten Eigentümer selbstbewohnter Liegenschaften und selbstgenutzter Ferienwohnungen bisher ein fiktives Einkommen versteuern, den sogenannten «Eigenmietwert». Dieses europaweit praktisch einzigartige Modell wurde vielerorts als ungerecht empfunden, deren Abschaffung jedoch als Signal für mehr Steuergerechtigkeit. Besonders ältere Eigentümer, die ihr Eigenheim über Jahre hinweg abbezahlt haben, dürften vom neuen System profitieren.



