Ende Mai geht Ulrich Stricker als Chefarzt Orthopädie des Spitals Frutigen in Pension. Über 9500 Eingriffe hat er in 25 Jahren durchgeführt und auch mal einen Blinddarm operiert. Eine Karriere, wie sie heute nicht mehr möglich wäre.
von Daniel Göring
«Es war eine gute Zeit.» Mit diesen Worten fasst Ulrich Stricker, darum gebeten, in einem Satz Bilanz zu ziehen, seine Jahre als Chefarzt für Orthopädie am Spital Frutigen zusammen. 25 Jahre in fünf Worten. Nach der Begründung gefragt, wird er dann doch etwas ausführlicher: «Ich habe hier tun können, was ich mir als Berufsziel vorgenommen hatte – dank meiner breiten Aus- und Weiterbildung in einem kleinen Spital Chefarzt sein. In einer grossen Klinik wäre dies undenkbar gewesen. Dort sind Sie entweder Knie- oder Handspezialist.»
Ein «Allgemeinorthopäde»
In den Sätzen schwingt das Selbstverständnis von Ulrich Stricker als Arzt unüberhörbar mit. Er bezeichnet sich als «Allgemeinorthopäde», der von Füssen über Knie, Hüften und Hände bis zu Schultern alles operiert hat. Ausser der Wirbelsäule, wie er nachschiebt. Eingriffe am menschlichen Rückgrat hat er lieber den Spezialisten überlassen.
Weiss Ulrich Stricker in etwa, wie viele Operationen er in dem Vierteljahrhundert in Frutigen durchgeführt hat?



