Immer mehr rücken in der Naturheilkunde – neben den klassischen Heilpflanzen – Sträucher und Bäume mit ihrem immensen Heilpotenzial in den Fokus. Genutzt werden diese ja eigentlich schon seit langer Zeit, mitunter seit Jahrhunderten. «Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.» Diese Worte stammen von Khalil Gibran.
von Martin von Känel, dipl. Drogist HF
Die Knospentherapie ist eine in der Medizin noch sehr junge Disziplin und wurde in dieser Form vom Belgier Dr. Pol Henry (1918–1988) im 20. Jahrhundert entwickelt. Für diese Heilmittel werden im Frühjahr aus den Knospen von verschiedenen Bäumen oder Sträuchern mithilfe eines genau definierten Gemischs aus Alkohol, Glycerin und Wasser Extrakte hergestellt. Seit 1965 ist die Gemmotherapie in der Französischen Pharmakopöe (Arzneibuch/Regelwerk) und seit 2011 auch im Europäischen Arzneibuch als eigenständige Therapieform verankert und etabliert.
Das kurze Erntezeitfenster als Herausforderung
Zentral für eine gute Wirkung sind der optimale Erntezeitpunkt und die rasche Verarbeitung des frischen Pflanzenmaterials. Das Zeitfenster für den optimalen Zustand der Pflanzenknospen ist sehr kurz. Die Ernte ist enorm aufwändig und reine Handarbeit. Man stelle sich vor, wie viel Zeit verstreicht, bis 1 Kilogramm Heidelbeertriebspitzen geerntet sind!



