StartGemeindenKanderstegErste Zwischenresultate Teilrevision Gefahrenkarte

Erste Zwischenresultate Teilrevision Gefahrenkarte

Die Begleitgruppe wurde kürzlich über den Zwischenstand der Modellierungen informiert, mit denen Abbrüche am Spitzen Stei und deren Auswirkungen simuliert werden. Im Vergleich zu früheren Beurteilungen ergibt sich für die Wahrscheinlichkeiten von möglichen Grossereignissen ein leicht positiveres Szenario bei den Sturz- und Murgangprozessen. Die präsentierten Zwischenergebnisse sind aber mit äusserster Vorsicht zu interpretieren, da sie noch nicht alle Gefahrenprozesse berücksichtigen.

In Kandersteg läuft zurzeit eine neue Gefahrenbeurteilung für die Naturgefahrenprozesse, die vom Spitze Stei oberhalb der Gemeinde ausgehen. Eine breit abgestützte Begleitgruppe erhält regelmässig Einblick in den aktuellen Stand der Arbeiten und kann dabei Fragen und Unklarheiten direkt mit den von der Gemeinde beauftragten Fachpersonen klären. In der ersten Hälfte des Prozesses, die von Mitte 2025 bis Anfang 2026 dauerte, erarbeitete die Fachgruppe eine neue Methodik zur Gefahrenbeurteilung sowie eine umfangreiche Datengrundlage. Seit März 2026 wird diese Methodik nun angewendet: Mit Tausenden von Modellläufen werden Komplett- oder Teilabbrüche von verschiedenen Bereichen am Spitzen Stei und deren Auswirkungen simuliert.

Am Dienstag, 30. Juni 2026, wurde die Begleitgruppe über den Zwischenstand dieser Modellierungen informiert. Es handelt sich dabei um eine vorläufige Momentaufnahme, basierend auf mehreren tausend Computersimulationen unter verschiedenen Bedingungen. Aufgrund neuer, detaillierter Erkenntnisse und weiterführender Untersuchungen ergibt sich für die Wahrscheinlichkeiten von möglichen Grossereignissen im Vergleich zu den Beurteilungen von 2020–2022 ein leicht positiveres Szenario bei den Sturz- und Murgangprozessen.

Vollständiges Bild auf Ende Jahr
Die Zwischenergebnisse geben noch keinesfalls ein vollständiges Bild ab. Sie zeigen erst provisorisch auf, welche Auswirkungen die Primärprozesse (das heisst die direkten Sturz- und Rutschereignisse am Spitzen Stei) und die Sekundärprozesse (zum Beispiel Murgänge im Oeschibach aufgrund der Ablagerungen eines Rutsches) haben. Noch nicht berücksichtigt sind die Tertiärprozesse, sprich Überflutungen des Oeschibaches oder der Kander aufgrund der Primär- und Sekundärprozesse. Diese könnten die Ergebnisse noch massgeblich verändern. Die präsentierten Zwischenergebnisse sind deshalb mit äusserster Vorsicht zu interpretieren.

In der zweiten Jahreshälfte werden nun die weiteren Einflussfaktoren simuliert, die Resultate ausgewertet und die Intensitätskarten berechnet. Bis Ende 2026 muss die Gefahrenbeurteilung abgeschlossen sein, damit die Gefahrenkarte der Gemeinde Kandersteg aus dem Jahr 2016 im Rahmen einer Teilrevision nachgeführt werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Gefahrenkarte vorliegt und in die Nutzungsplanung überführt wird, findet die öffentliche Auflage für die gesamte Bevölkerung von Kandersteg statt.

Gemeinderat Kandersteg

RED
RED
Die Redaktion des Frutigländers berichtet über aktuelle Ereignisse, spannende Geschichten und wichtige Entwicklungen aus dem Frutigland und der Region. Mit einem engagierten Team lokaler Journalistinnen und Journalisten sorgt die Redaktion dafür, dass die Leserinnen und Leser stets gut informiert sind - unabhängig, nah und verlässlich.

Zuletzt erschienen

Ähnliche Artikel

Mehr von diesem Autor