FREIZEIT 2025 wurden den 22 Schweizer Unfallversicherern (UVG) rund 937 000 Berufs- und Freizeitunfälle sowie Berufskrankheiten gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 2,4 Pro- zent gegenüber dem Vorjahr. Treiber war weiterhin die deutliche Zunahme von Freizeitunfällen, während die Anzahl von Berufsunfällen stabil blieb.
Livia Schmid
Alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmenden sind gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Wer mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet, ist auch gegen Freizeitunfälle versichert. Ebenfalls obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle versichert sind stellensuchende Personen und Personen in IV-Massnahmen.
Die insgesamt 22 UVG-Versicherer in der Schweiz registrierten im Jahr 2025 rund 937 000 Unfälle und Berufskrankheiten. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von rund 2,4 Prozent. Während die Zahl der Berufsunfälle und -krankheiten (BUV) mit rund 281 000 Fällen praktisch stabil blieb (+ 0,3 Prozent), stieg die Zahl der Freizeitunfälle (NBUV) um 3,0 Prozent auf rund 636 000. Deutlich zugenommen haben zudem die registrierten Unfälle von Stellensuchenden: Sie stiegen um 16,3 Prozent auf rund 18 000 Fälle.
Die laufenden Kosten für das Jahr 2025 sind noch nicht vollständig bekannt. Im Vorjahr beliefen sich die Versicherungsleistungen auf rund 5,6 Milliarden Franken, dies vor allem für Heilkosten (ärztliche und therapeutische Leistungen), Taggelder sowie für Rückstellungen für Invaliden- und Hinterlassenenrenten. Den grössten Anteil daran verursachten mit 64,6 Prozent die Freizeitunfälle, 32 Prozent entfielen auf Berufsunfälle und Berufskrankheiten, 3,1 Prozent auf Unfälle von Arbeitslosen und 0,2 Prozent auf Unfälle von Personen in IV-Massnahmen.
Gewaltbedingte Verletzungen: Junge Männer bleiben am stärksten gefährdet
Das Fokuskapitel der diesjährigen UVG-Statistik beleuchtet die Entwicklung gewaltbedingter Verletzungen bei jungen Menschen. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Anstieg seit Mitte der 1990er-Jahre Ausdruck einer tatsächlichen Zunahme von Gewaltdelikten ist – oder ob er vor allem mit einem veränderten Anzeigeverhalten zusammenhängt.
Die Auswertung spricht dafür, dass es sich nicht bloss um einen Anzeigeeffekt handelt: Denn die Zahl gewaltbedingter Körperverletzungen in der UVG-Statistik entwickelte sich parallel zur polizeilichen Kriminalstatistik. Seit 2024 driften die beiden Reihen allerdings stärker auseinander. Ob sich daraus bereits ein neuer Trend ableiten lässt, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Die Zahl der Gewaltfälle bei jungen Männern ist seit dem Höchststand von 2008 deutlich zurückgegangen, bei den 15- bis 24-Jährigen liegt sie aber noch immer rund 20 Prozent über dem Niveau der späten 1990er-Jahre. Auch bei jungen Frauen ist das Risiko einer gewaltbedingten Verletzung im langfristigen Vergleich leicht gestiegen, es bleibt jedoch deutlich tiefer als bei jungen Männern. Dass Gewaltfälle weiterhin ins Gewicht fallen, zeigt sich auch bei den Kosten: Die mittleren Heilkosten sind hier seit 1995 stärker gestiegen als bei Freizeitunfällen insgesamt.
PD/MS



