KANDERSTEG Altbundesrat Adolf Ogi blickte auf eine lange Geschichte mit den Kandersteger Sprungschanzen zurück. Bereits 1978 war er als Direktor des Schweizer Skiverbandes einer der Initianten, als in der Schweiz neue Schanzen für Sommer und Winter benötigt wurden. Ogi reiste damals durch das ganze Land, um traditionelle Skisprungorte für neue Anlagen zu gewinnen. Erst Kandersteg erklärte sich bereit, diesen Schritt zu wagen.
Mit Unterstützung von Karl Glatthard wurden 1978 drei Mattenschanzen gebaut. Bereits 1979 fanden internationale Wettkämpfe statt und Kandersteg entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum des Skispringens. Die Schanzen wurden 1990 angepasst. Im Sommer 2008 mussten sie geschlossen werden, weil sie den Vorschriften des Internationalen Skiverbandes nicht mehr entsprachen. Nach einer siebenjährigen Planungsphase und einer zweijährigen Totalsanierung wurde am 1. August 2016 die neue Schanzenanlage mit drei Schanzen eröffnet. Die Kosten beliefen sich auf rund sieben Millionen Franken. Die Gemeinde Kandersteg beteiligte sich mit 1,2 Millionen Franken, weitere Beiträge kamen vom Kanton, vom Bund, von Swiss-Ski und von Sponsoren. Mehr als 52 000 Sprünge wurden auf der alten Schanze absolviert.
Die neue Anlage erfüllte die Anforderungen für internationale Wettkämpfe und war als einzige Schanzenanlage der Schweiz das ganze Jahr nutzbar. Seither fanden in Kandersteg zahlreiche Wettkämpfe statt, darunter FIS-Cups, OPA Games, Schweizer Meisterschaften sowie die Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften 2018. Die Nordic Arena entwickelte sich zu einer wichtigen Talentschmiede für Kinder, Jugendliche und Leistungssportler. Ernüchterung bei Adolf Ogi Ogi zeigte sich enttäuscht, dass die Nordische Kombination für die Olympischen Winterspiele 2030 gestrichen worden war. Er unterstützte die Petition mit dem Ziel, die Disziplin 2034 wieder ins olympische Programm aufzunehmen. Für Ogi war die erneuerte Anlage ein wichtiger Beitrag für die Zukunft des Skispringens und der Nordischen Kombination. Er erinnerte sich auch an die politische Arbeit während der Erneuerung. Gemeinsam mit Robert Rathmayr überzeugte er die Gemeinde Kandersteg von dem Projekt. Nach einem gut besuchten Informationsanlass sprach die Gemeindeversammlung einen Beitrag von 1,2 Millionen Franken. Damit konnten weitere Geldgeber gewonnen werden.
Zu Ehren seines Engagements wurde später der Adolf-Ogi-Cup ins Leben gerufen. Mit Unterstützung der Stiftung «Freude herrscht» erhielten Kinder Sprungski, Anzüge, Helme und Schuhe für ihre ersten Sprünge. Auch der Ammann-Truck des Schweizer Skiverbandes unterstützte den Nachwuchs. Ogi sah Kandersteg auch künftig als möglichen Austragungsort für olympische Wettkämpfe. Er betonte, dass neue Schanzen kaum realisierbar seien und die bestehende Anlage deshalb eine wichtige Rolle spielen könne. Stolz blickte er auf seinen jahrzehntelangen Einsatz für den nordischen Sport zurück und erinnerte an Wegbegleiter wie Willy Sahli sowie an den Skiclub Kandersteg, der den Sport bis heute unterstützt. Aktivitäten beim Jubiläum Neben einem Brunch gab es noch eine Beo-Musikstubete, Jubiläumsansprachen, Podiumsdiskussionen und einen Märit mit Ausstellenden aus der Region. Zudem gab es ein Kinderprogramm mit Hüpfburg und Schnupperskispringen. Auch Mountain Tubing war zum Ausprobieren offen.



