GESUNDHEIT Es ist heiss, die Sonne brennt auf die Erde und im Schatten, im See oder im Wald lässt es sich am ehesten aushalten. Die Liegewiesen in der Badi sind voll von ferienfröhlichen Menschen, die ins Wasser springen, ihre Bahnen ziehen oder sich mit einem Buch oder Kopfhörern in den Ohren aufs Handtuch zurückgezogen haben. Sommerliches Flirren in der Luft, man möchte wenig tun, denken fällt schwer. An diesen Tagen darf neben Abkühlung und Wasser der Sonnenschutz nicht fehlen.
Bei einem Spaziergang, einer Wanderung oder auch beim Baden spürt man nach einer gewissen Zeit, während der die Haut der Sonne ausgesetzt ist, ein
Wenn die Haut bereits beschädigt ist, braucht es intensive Pflege für die Regeneration.
Kribbeln oder hat das Gefühl, jetzt Schatten zu brauchen. Die Haut und der Körper sagen ganz deutlich, wenn es zu viel Sonne war – spätestens am Abend, wenn die Farbe des Dekolletés einem dunkelroten Sonnenuntergang gleicht und sich ein Ziehen und Zupfen eingestellt hat, dass dringend eine gute Portion Aftersunlotion nötig ist.
Die Suva empfiehlt, dass man zwischen 11 Uhr und 16 Uhr direkte Sonneneinstrahlung meidet, sich durch Kopfbedeckung mit Sonnenblende und Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindesten 30 schützt. Dabei gibt es kontroverse Diskussionen, welche Zusammensetzung eines Sonnenschutzmittels die beste Option ist.
Der Markt bietet alles: von natürlichen, mineralischen, die die Ökosysteme im Wasser schützen, bis zu solchen, die zwar vor UV-Strahlen schützen, jedoch durch ihre Zusammensetzung andere Organismen schädigen und potenziell zu negativen Effekten auf der menschlichen Haut führen können.
Bekannte Folgen Auch für die Augen ist ein Zuviel an Sonnenlicht nicht gesundheitsfördernd. Gerade im alpinen Raum, bei Schnee oder auf dem Wasser, wo die UV-Strahlung eine fast doppelt so hohe Intensität erreichen kann, ist es wichtig, die sensiblen Sehorgane zu schützen.
Die Suva informiert, dass von 25 000 Menschen, die in der Schweiz jährlich an hellem Hautkrebs erkranken, geschätzt 1 000 Fälle auf die UV-Strahlung bei der Arbeit zurückzuführen sind. Bei letzterem kann der Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden, zumindest wenn man aufgrund der Arbeit oft einer hohen Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Im Wandel der Zeit Doch wie sah es früher aus mit Sonnenschutz, gerade in den Hochlagen? Dr. Gudrun Kling, Leiterin des Archivs für Medizingeschichte erzählt: «Standard war schützende Kleidung. Man sieht es auf alten Fotos. Wer draussen sein musste, hat sich mit Hüten, langen Ärmeln und langer Kleidung geschützt.» Da blasse Haut auch als Schönheitsideal und als Zeichen hoher Herkunft galt, trugen die Damen gerne Sonnenschirme. Allerdings entdeckte man im Zuge der Industrialisierung, als sich das Leben in Wohnblocks abspielte, dass zu wenig Sonne die Kinder krank und rachitisch machte. Im Zuge dessen kamen Lichttherapien auf. In Kliniken, etwa in Davos, tummelten sich die Patienten sonnenbadend, die Kinder halb nackt, im Freien, wo die Höhensonne therapeutisch war. «In den 20er-Jahren wurde das Schönheitsideal ein brauner, gesunder, sportlicher Körper», so Dr. Gudrun Kling.
Achtung UV-A-Strahlung Sonnenschutz ist also auch dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen. Aus dem «braun und gesund»-Ideal entstanden auch die Solarien. Heute weiss man, dass, wenn man eine gesunde Haut erhalten möchte, man besser nicht ins Solarium geht. Dort wird vor allem UV-A-Strahlung genutzt, um einen schnellen, jedoch nicht sonderlich lang anhaltenden Bräune-Effekt auf der Haut zu erzielen. Da die UV-A-Strahlung erwiesenermassen krebserregend wirkt und die Haut schneller altern lässt, rät auch das Internationale Institut für Krebsforschung von einem Besuch ab; für Minderjährige ist er verboten.
Natürlicher Schutz Die UV-B-Strahlung hingegen lässt zwar auch die Haut altern, regt Zellen jedoch an, einen dauerhafteren Schutz zu entwickeln. Ausserdem enthalten Beeren und grünes Gemüse eine hohen Betacarotingehalt. Dieses wirkt, wenn man viel davon isst, aber nur im einstelligen Sonnenschutzfaktorbereich. Somit ist es ein wunderbarer Zusatz, doch allein damit lässt sich bei zu langem Sonnenbaden kein Brand vermeiden. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit dem Sonnenlicht zu arrangieren, sei es Sonnencreme, ein Schattenplatz oder schützende Kleidung oder alles zusammen. Mit genügend Schutz kann man durchaus die Sonne geniessen. Wie bei fast allem ist das (Aus-)Mass entscheidend …



