POLITIK Die Vereinigung zum Schutz von Wildund Nutztieren vor Grossraubtieren des Kantons Bern fordert einen grundlegenden Kurswechsel im Umgang mit schadhaften Wölfen.
«Es darf nicht sein, dass Behörden zwar Abschussverfügungen erlassen, die Umsetzung aber unnötig verzögert wird», schreibt die Vereinigung zum Schutz von Wildund Nutztieren vor Grossraubtieren des Kantons Bern in einer Mitteilung. Die jüngsten Ereignisse im Berner Oberland hätten einmal mehr die Realität vor Ort gezeigt: «Einzelne Wölfe verursachen wiederholt Schäden an Nutztieren, verlieren ihre natürliche Scheu und kommen teilweise in Siedlungsnähe vor. Beim Wolf M574 im Oberhasli mussten nach mehreren Rissen geschützter Nutztiere die Voraussetzungen für einen Abschuss erneut festgestellt werden.» Für betroffene Tierhalter bedeutet dies wiederholte Verluste, grosse Unsicherheit und die berechtigte Frage, ob der Schutz ihrer Tiere von den Behörden tatsächlich ernst genommen werde.
Sorgen ernst nehmen
Die Vereinigung fordert deshalb vom Regierungsrat sowie vom Jagdinspektorat konsequentes Handeln und, die Kompetenzen der Berner Jägerschaft zu nutzen. «Unsere Jägerinnen und Jäger verfügen über die notwendigen Kenntnisse der Reviere, der Wildtiere und der örtlichen Gegebenheiten. Sie sind seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Wildtiermanagements.» Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Regulierung schadhafter Wölfe weiterhin wertvolle Zeit verloren gehe, obwohl im Kanton Bern erfahrene Fachpersonen vorhanden seien.
Die Vereinigung verlangt deshalb:
• eine rasche Umsetzung bewilligter Abschüsse von schadhaften und auffälligen Wölfen;
• den konsequenten Einbezug der erfahrenen Jägerschaft bei der Regulierung;
• ein Wolfsmanagement, das die Realität in den Bergregionen und die Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt.



