ADELBODEN Seit 2015 hat das Alters- und Pflegeheim Adelboden 14 Wohnungen mit Dienstleistung im Angebot. Eine Erweiterung drängt sich angesichts der Nachfrage auf – auch die Kindertagesstätte zeigt Interesse. Nun liegen die Pläne öffentlich auf.
Die Stiftung Lohner respektive deren Heim an der Ausserschwandstrasse stösst an ihre Grenzen. Das betrifft vor allem die räumliche Ausdehnung, hat dadurch aber Konsequenzen für das Angebot. Nebst den 43 Plätzen im Altersheim sind seit über zehn Jahren Wohnungen mit Dienstleistung vorhanden. Um einerseits das Angebot für die Bevölkerung zu erweitern und andererseits die Idee des Kantons für intermediäre Angebote aufzunehmen, müssen zuerst die planerischen und rechtlichen Grundlagen angepasst werden.
Was ist konkret geplant?
Die Stiftung hat kürzlich über die aufliegenden Pläne informiert, wie sie die Lücke zwischen Spitex sowie Wohnen mit Dienstleistung abdecken will. Geschäftsleiter Beat Santschi: «Mit dem geplanten Neubau auf der gegenüberliegenden Strassenseite werden sechs 2,5-Zimmer-Wohnungen und drei Studios für Personen mit tiefer Pflegestufe und relativ grosser Selbstständigkeit geschaffen. Diese können aber die Angebote des Heims mitbenutzen.» Baulich ist vorgesehen, die 2019 gekaufte Liegenschaft mit einem Neubau anstelle des heutigen Chalets zu bebauen. Zwei Etagen und das Dachgeschoss werden die Wohnungen umfassen, und im von der Strasse abgewandten Untergeschoss ist der Einzug der Kindertagesstätte Bärgwält angedacht, inklusive grosszügigem Aussenbereich. «Wir sind seit Längerem in Kontakt, und das Interesse der Kita ist klar vorhanden», sagt Santschi. Ein zweites Untergeschoss für die Technik und Parkiermöglichkeiten gehört ebenfalls dazu.
Realistische Dimensionen
Diese Kombination würde die Jugend und die ältere Generation noch näher zusammenbringen. Aktuell sind öfters Schulklassen mit Projekten im Heim engagiert, und die Lohner-Küche beliefert die Kita an deren heutigem Standort im Hirzboden. Die Reaktionen auf die Präsentation des Vorhabens sind durchwegs positiv. Auf die Frage, weshalb nicht grösser gebaut wird, hat der Geschäftsführer eine klare Antwort: Einerseits sei im Workshopverfahren während der Planung die Dimension des Gebäudes limitiert worden, andererseits sei es auch eine finanzielle Frage.
«In dieser Grösse können wir das Projekt stemmen», sagt Santschi. Er gehe auch nicht davon aus, dass der Bedarf stark ansteige – es werde nicht plötzlich 20 Wohnungen benötigen. «Allgemein ist für einen Angebotsausbau auch die Personalfrage entscheidend», ergänzt Santschi. Dass künftig vielleicht eine Kita neben dem Heim bestehe, könnte für Angestellte durchaus interessant sein.
Die anstehenden Hürden
Bevor jedoch das Chalet abgerissen und der Neubau erstellt werden kann – die Stiftung datiert die Fertigstellung gegen Ende 2028 –, gibt es administrative und rechtliche Abläufe zu durchlaufen. Für den Neubau muss die Liegenschaft, bestehend aus zwei Parzellen, von der Wohnzone in die Zone für öffentliche Nutzung Nr. 5 überführt und das Baureglement entsprechend angepasst werden. Diese Akten und Pläne liegen bis am 14. August öffentlich auf oder sind im eBau abrufbar. Die Gemeindeversammlung könnte bereits im Herbst darüber befinden, dann ist der Kanton abschliessend am Zug. Die Verantwortlichen hoffen, dass das seit mehreren Jahren andauernde Projekt dann rasch realisiert werden kann.



