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Mit neuem Motor auf den vierten Schlussrang

FREIZEIT Nach einem Motorschaden waren die Erwartungen von Marco Berger vor den Knutwiler Powerdays bewusst tief. Der Reichenbacher wollte mit seinem «Simply Red Holy Shit Edition» vor allem Daten sammeln und ohne weiteren Schaden nach Hause fahren. Am Ende resultierte in der 2,5-Tonnen-Sport-Klasse Level 2 der vierte Schlussrang.

Die Vorbereitung auf die Powerdays verlief für Marco Berger alles andere als nach Plan. In Schwadernau erlitt sein Traktor einen kapitalen Motorschaden. Viel Zeit zum Ärgern blieb dem Reichenbacher und seinem Team jedoch nicht. «Wir haben innerhalb weniger Tage einen neuen Motor gebaut, damit wir am darauffolgenden Wochenende in Marthalen wieder starten konnten», erzählte Berger vor den Powerdays. Der neue Motor verfügt über rund einen Liter weniger Hubraum und damit über weniger Leistung. Dennoch erreichte Berger in Marthalen an beiden Tagen den zweiten Rang.

Die Erwartungen für Knutwil setzte er trotzdem bewusst tief an. «In erster Linie wollen wir ohne Schaden am Traktor nach Hause kommen, Daten sammeln und ein gemütliches Wochenende mit Freunden und Fahrern haben.» Ein Podestplatz sei natürlich trotzdem immer das Ziel. In den zehn Tagen vor Knutwil stand deshalb vor allem die Kontrolle des neuen Motors im Zentrum. Das Team überprüfte, ob sämtliche Komponenten den ersten Einsätzen standgehalten hatten. Zudem wurden Einstellungen an Pumpe und Nockenwelle vorgenommen und ein neuer Turbolader eingebaut.

Mit geballten PS voraus

Bevor Marco Berger seinen Traktor an die Startlinie stellt, folgt jeweils ein fester Ablauf. Gewichte, Reifendruck und Flüssigkeiten werden kontrolliert. Danach beginnt die eigentliche Herausforderung. «Man muss die Bahn lesen und die Leistung auf den Boden bringen.» Entscheidend seien die Gewichtsverteilung, der Reifendruck, die Gangwahl und die gefahrene Linie. Diese Kombination macht für Berger die Faszination des Tractor Pullings aus. Der Motor seines Traktors leistete ursprünglich rund 80 PS, mittlerweile ist es ein Vielfaches davon. «Von der Idee bis zur Umsetzung einen Traktor so umzubauen und diese Leistung auf den Boden zu bringen, fasziniert mich.» Dazu komme dieses besondere Gefühl am Start: «Wenn der Ladedruck kommt und die Kupplung losgelassen wird, ist das unbeschreiblich.»

«Der Rang war dieses Wochenende Nebensache»

Nach dem Wettkampf am Sonntagmorgen steht fest: Das wichtigste Ziel hat Berger erreicht. Der Traktor ist heil geblieben. Dazu kommt der vierte Schlussrang. «Ich bin zufrieden. Alles ist heil, wir konnten verschiedene Einstellungen testen und Daten sammeln», bilanzierte Berger vor Ort. Dass es nicht für einen Podestplatz reichte, beschäftigte ihn entsprechend wenig. «Der Rang war dieses Wochenende Nebensache. Daten sammeln sowie Einstellungen prüfen und ausprobieren hatte oberste Priorität.» Mit dem aktuellen Motorsetup sei der vierte Rang das Maximum gewesen. Für einen Platz unter den ersten drei habe letztlich die Leistung gefehlt.

Gute Stimmung, Teamspirit und viel Grip

Besonders positiv bewertet Berger den neuen Turbolader. Dieser habe am Wochenende gut funktioniert. Gleichzeitig verlangte die Strecke den Maschinen einiges ab. Vor dem Anlass hatte Berger die Bahn als sehr griffig und konstant bezeichnet. Diese Einschätzung bestätigte sich. Der starke Grip hatte allerdings auch eine Kehrseite. «Die Bahn war gut, aber sie war ein Leistungskiller, weil sie sehr viel Grip hatte.» Mit der Leistung seines «Simply Red Holy Shit Edition» zeigte sich Berger dennoch sehr zufrieden. Entscheidend ist für ihn nun, was aus den Erkenntnissen des Wochenendes gemacht wird.

«Wir werden die gesammelten Daten auswerten, analysieren und die Erkenntnisse umsetzen.» Neben Technik, Leistung und Platzierungen sind es für Berger auch die Menschen, die den Sport ausmachen. Die Unterstützung seines Teams und seiner Kollegen sei entscheidend. «Es ist immer wichtig, gute Leute im Hintergrund zu haben, die einen unterstützen.» Auch die Atmosphäre in Knutwil überzeugte ihn einmal mehr: «Mega Stimmung – wie immer.»

So endet ein Wochenende, vor dem ein Podestplatz zwar im Hinterkopf war, der Fokus nach den schwierigen Wochen aber auf etwas anderem lag. Der neue Motor hielt, der neue Turbolader funktionierte und Berger konnte wichtige Erkenntnisse für die nächsten Wettkämpfe sammeln. Sein persönliches Fazit zu den Powerdays 2026 fällt entsprechend kurz aus: «Knutwil lässt die Erde beben.»

Carina Seiler
Carina Seilerhttp://carinaseiler.ch
Carina Seiler ist Redaktorin beim «Frutigländer» und betreut die Social-Media-Kanäle. Ihre journalistischen Schwerpunkte liegen auf regionalen Geschichten, Menschen, Sport und aktuellen Themen aus dem Frutigland. Besonders gerne ist sie dort unterwegs, wo Geschichten entstehen. Sei es bei Menschen vor Ort, an Veranstaltungen oder mitten im Geschehen. Neben dem Schreiben gehört deshalb auch die multimediale Umsetzung mit Bild, Video und Social Media zu ihrer journalistischen Arbeit.

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