KLIMA Der schneefreie Blick auf Altels und Fründehorn beschäftigt Jürg Grossen. Für den GLP-Nationalrat ist klar: Klimaschutz bleibt zentral, reicht allein aber nicht. Er fordert konkrete Anpassungsmassnahmen – darunter neue Wasserspeicher in den Alpen.
«Ich sehe von der Terrasse aus, wie der Altelsgipfel in den letzten Jahren abgeschmolzen ist. Daran habe ich mich schon fast ein bisschen gewöhnt», erwähnt GLPPräsident und Nationalrat Jürg Grossen. «Aber jetzt habe ich diesen Sommer festgestellt, dass auch das Fründehorn keinen Schnee mehr hat und dass das Doldenhorn und die Blüemlisalp massiv leiden.»
Was Jürg Grossen von seiner Terrasse aus sieht, zeigt auch eine Studie über die globale Gletscherentwicklung von der ETH Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): Seit 2015 haben die Gletscher schweizweit einen Viertel ihres Volumens verloren. Über 1000 kleine Gletscher sind bereits verschwunden. Und, so Glaziologe und ETH-Professor Daniel Farinotti: «Wenn wir weitermachen wie bisher, könnte es im Jahr 2100 keine Gletscher mehr geben.»
Dass dies nicht nur Studienergebnisse und Modellberechnungen sind, sieht man hier im Tal deutlich, beispielsweise auch beim Blick zum Balmhorn, wie Leser Ruedi Jungen dem «Frutigländer» schreibt. Ihm ist aufgefallen, «dass die Nordwand kaum noch ein zusammenhängender Gletscher vom Gipfel des Balmhorns auf 3690 m ü. M. bis hinunter in den Talkessel ist! (…) Wenn der Gletscher so unterbrochen ist und nicht mehr vom Gipfeleisfeld direkt gespiesen wird, kann sich der untere Teil nur noch abbauen.»
Die Gletscher schwinden drastisch, aber die Studie kommt auch zum Schluss: Falls man es schaffen würde, die globale Erwärmung bei 1,5 bis 2 Grad zu stabilisieren, könnte ein Viertel des Gletschereises der Schweiz gerettet werden.
Ursachenbekämpfung zentral – aber auch rasche Anpassungsmassnahmen
Auch Jürg Grossen betont, dass wir in der Verantwortung seien, und geht noch einen Schritt weiter: «Wir müssen die Ursachen rasch und wirksam bekämpfen, sonst wird alles noch viel schlimmer, aber das reicht längst nicht mehr aus.»
Es brauche nicht nur Ursachenbekämpfung, sondern auch Klima-Anpassungsstrategien. Dies zeige der aktuelle Hitzesommer deutlich. Jürg Grossen hat für die kommende Session mit Vertretern seiner Partei zwei Motionen vorbereitet und fordert eine dringliche Debatte zum Hitzesommer 2026.
WIE DIESE STRATEGIEN AUSSEHEN KÖNNTEN, LESEN SIE AUF SEITE 3



